Meta Aktie: Neun Verlusttage vor Q2-Zahlen

Meta veröffentlicht Quartalsergebnisse nach neun Verlusttagen in Folge. Analysten fokussieren KI-Investitionen und neue EU-Transparenzregeln.

Auf einen Blick:
  • Neun Verlusttage in Serie vor Zahlen
  • KI-Ausgaben von bis zu 145 Milliarden Dollar
  • Joint Venture mit BlackRock für Rechenzentrum
  • EU AI Act verschärft Transparenzpflichten

Am heutigen Mittwochabend blickt die Investmentwelt gespannt auf die Zahlen von Meta Platforms. Der Mutterkonzern von Facebook, Instagram und WhatsApp legt nach US-Börsenschluss seinen Bericht für das zweite Quartal 2026 vor. Die Veröffentlichung erfolgt in einer für das Unternehmen ungewöhnlichen Marktphase: Das Papier verzeichnete zuletzt eine Serie von neun Verlusttagen in Folge – die längste Negativsträhne in der Geschichte des Konzerns.

Historische Kursschwäche vor den Zahlen

Der massive Abverkauf der vergangenen Tage drückte die Aktie deutlich unter ihre wichtigen gleitenden Durchschnitte. Mit einem aktuellen Kurs von 518,40 € notiert der Wert inzwischen rund 23,52 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Juli des vergangenen Jahres markiert wurde. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf 7,36 %. Marktbeobachter werten diesen Rückgang als Zeichen wachsender Nervosität hinsichtlich der massiven Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI), die bisher noch nicht in vollem Umfang durch entsprechende Erträge kompensiert werden.

Die Erwartungen an das abgelaufene Quartal sind dennoch hoch. Analysten rechnen im Konsens mit einem Umsatz von rund 60 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von etwa 26 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprechen würde. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) liegen die Schätzungen zwischen 7,14 und 7,40 US-Dollar. Medienberichten zufolge konnte Meta in der Vergangenheit regelmäßig die Erwartungen übertreffen: Bei den Umsätzen gelang dies in 15 aufeinanderfolgenden Quartalen, beim Gewinn in 13.

Der Milliarden-Poker um die künstliche Intelligenz

Im Zentrum der heutigen Analystenkonferenz dürften die Investitionsausgaben (Capex) stehen. Für das Gesamtjahr 2026 plant Meta derzeit mit Ausgaben zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar. Benjamin Black, Analyst der Deutschen Bank, wies darauf hin, dass die Debatte um diese enormen Summen die Stimmung belastet, zumal Konkurrenten wie Alphabet bereits durch erhöhte Ausgabeprognosen für Verunsicherung gesorgt hatten. Für die Folgejahre 2027 und 2028 modellieren Analysten bereits Capex-Summen von über 200 Milliarden US-Dollar.

Um diese Infrastruktur zu stemmen, setzt Meta verstärkt auf Partnerschaften. Ein zentraler Baustein ist ein 14 Milliarden US-Dollar schweres Joint Venture mit BlackRock für den Bau eines Rechenzentrums in Texas. Während BlackRock 80 % der Anteile hält, übernimmt Meta 20 %. Zudem wird spekuliert, ob der Konzern künftig als Drittanbieter in das Cloud-Geschäft einsteigt, um die Auslastung seiner Kapazitäten zu monetarisieren. Auf der Prognoseplattform Kalshi wird die Wahrscheinlichkeit, dass das Management das Thema „Cloud“ im heutigen Call explizit anspricht, auf 90 % geschätzt.

Regulatorischer Druck und neue Modelle

Flankiert wird die geschäftliche Entwicklung von neuen regulatorischen Anforderungen in Europa. Ab dem 2. August treten die Transparenzpflichten des EU AI Act in Kraft. Demnach müssen KI-generierte Inhalte, die reale Personen oder Ereignisse imitieren, zwingend gekennzeichnet werden. Meta hat bereits einen entsprechenden Verhaltenskodex unterzeichnet und seine Transparenzhinweise verbessert, steht jedoch weiterhin unter Beobachtung der irischen Datenschutzbehörde.

Produktseitig versucht Meta, die Konkurrenz durch preisaggressive Modelle unter Druck zu setzen. Das neue Modell Muse Spark 1.1 wurde mit einer Preisstruktur von 1,25 US-Dollar pro Million Input-Token und 4,25 US-Dollar pro Million Output-Token positioniert, womit das Unternehmen die Angebote von Wettbewerbern wie OpenAI preislich unterbietet. Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt die Mehrheit der Wall-Street-Analysten zuversichtlich: Von 62 Experten raten 55 zum Kauf, wobei die Kursziele teilweise bis zu 1.000 US-Dollar reichen.

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