Strategiewechsel mit offenem KI-Modell
Meta-Chef Mark Zuckerberg hat heute mit der Veröffentlichung des neuen KI-Modells Muse Glimmer eine strategische Weichenstellung vollzogen. Das Modell verfügt über 30 Milliarden Parameter und ist gezielt darauf optimiert, lokal auf Laptops und Computern mit herkömmlichen Grafikkarten betrieben zu werden. Im Gegensatz zu den geschlossenen Systemen vieler Wettbewerber stellt Meta die Gewichte des Modells unter der Apache-2.0-Lizenz zur Verfügung, was eine breite und dezentrale Nutzung ermöglicht.
In einem begleitenden Manifest mit dem Titel „The Future is for Everyone“ warnte Zuckerberg vor der Gefahr, dass die Kontrolle über Künstliche Intelligenz bei einer einzigen Entität konzentriert bleibt. Er forderte zudem eine Lockerung der US-Regulierung für Open-Source-KI, um gegenüber der chinesischen Konkurrenz bestehen zu können.
Muse Glimmer wurde durch ein Destillationsverfahren aus dem größeren Modell Muse Spark 1.2 entwickelt und soll komplexe automatisierte Arbeitsabläufe ohne Cloud-Anbindung ermöglichen.
Massive Investitionen belasten den Cashflow
Trotz der technologischen Fortschritte blicken Investoren kritisch auf die finanzielle Belastung durch den intensiven KI-Wettlauf. Meta plant für das Gesamtjahr 2026 Kapitalausgaben in einer Spanne von 130 bis 145 Milliarden US-Dollar. Die Auswirkungen dieser massiven Ausgaben zeigten sich bereits in den Zahlen für das zweite Quartal: Zwar stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden US-Dollar, doch der freie Cashflow brach dramatisch auf 784 Millionen US-Dollar ein, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei 8,55 Milliarden US-Dollar gelegen hatte.
Der Anstieg der Betriebskosten um 55 Prozent spiegelt den enormen Hunger nach Rechenkapazitäten wider. Um die Effizienz zu steigern, hatte das Unternehmen im Mai bereits rund 8.000 Stellen gestrichen, was etwa zehn Prozent der damaligen Belegschaft entsprach.
Parallel dazu plant Meta offenbar weitere Zukäufe zur Stärkung der Marktposition: Medienberichten zufolge steht die Übernahme des singapurischen KI-Start-ups Manus für mehr als zwei Milliarden US-Dollar bevor. Manus ist auf KI-Agenten für Unternehmen spezialisiert und soll in die bestehende Infrastruktur integriert werden.
Marktreaktion und regulatorischer Druck
An der Börse notiert die Meta-Aktie heute bei 514,30 Euro. Seit Beginn des Jahres verzeichnet das Papier ein Minus von 8,10 Prozent und liegt damit 24,35 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im August des Vorjahres markiert wurde. Der Markt verarbeitet damit sowohl die hohen Entwicklungskosten als auch die rechtlichen Herausforderungen, denen sich der Konzern gegenwärtig gegenübersieht.
In den USA fordern fast 36 Bundesstaaten in Klagen Entschädigungen in Milliardenhöhe, während in Indien der Verlust des rechtlichen Schutzes als Plattformbetreiber droht, nachdem Meta die Reichweite eines politischen Beitrags eingeschränkt hatte. Auch die EU-Kommission prüft derzeit Verstöße gegen den Digital Services Act.
Um das Vertrauen von Nutzern und Regulierungsbehörden zurückzugewinnen, hat Meta angekündigt, dass ein unabhängiges Gremium künftig die Sicherheitskriterien für alle KI-Veröffentlichungen prüfen und genehmigen soll. Zudem plant das Unternehmen einen Fonds in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zur Unterstützung von Gemeinden, in denen Rechenzentren betrieben werden.
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