Mark Zuckerberg ändert die Richtung. Meta will künftig KI-Rechenkapazitäten an Dritte vermieten. Damit dringt der Konzern in das lukrative Cloud-Geschäft vor. Die Börse reagiert prompt: Die Aktie legte am Freitag um rund sechs Prozent zu.
Das neue Projekt läuft unter dem Namen „Meta Compute“. Der Konzern vermietet überschüssige Kapazitäten seiner Rechenzentren an externe Firmen. Bisher nutzte Meta diese Infrastruktur ausschließlich für eigene Dienste. Investoren sehen darin die Chance, die enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz sofort zu Geld zu machen.
Interne Daten stützen die neue Euphorie. Die Kosten für den Aufbau der KI-Systeme liegen bei etwa 22 Milliarden Euro pro Gigawatt. Das ist nur halb so viel wie bisher vermutet. Für 2026 plant Meta Investitionen von bis zu 145 Milliarden Dollar.
Bis Ende nächsten Jahres könnte der Konzern eine Leistung von 6,5 Gigawatt erreichen. Das Ziel: Effizienz. Ein neues Rechenzentrum in Kanada für 13 Milliarden kanadische Dollar untermauert diese Ambitionen.
Softwareseitig greift Meta die Konkurrenz von OpenAI an. Das neue Modell Muse Spark 1.1 ist preislich aggressiv positioniert. Der Zugang kostet nur rund ein Viertel im Vergleich zu Wettbewerbern. Meta entwickelt parallel dazu eigene Hardware. Die Produktion des KI-Chips „Iris“ soll im September 2026 anlaufen.
Juristische Hürden in der EU und den USA
Den Wachstumsplänen stehen juristische Risiken gegenüber. Die EU-Kommission wirft Facebook und Instagram Verstöße gegen digitale Gesetze vor. Funktionen wie der automatische Start von Videos sollen süchtig machen. Es drohen Strafzahlungen von rund 12 Milliarden Dollar.
In den USA fordern mehrere Bundesstaaten sogar 1,4 Billionen Dollar Entschädigung. Ein Prozess zur Sicherheit Jugendlicher ist für August 2026 angesetzt. Meta bezeichnet diese Summe als völlig überzogen. Das Management wehrt sich bereits gegen ähnliche Urteile in Los Angeles und New Mexico.
An der Börse überwog zuletzt der Optimismus. Die Aktie beendete die Woche bei 585,70 Euro. Das entspricht einem Plus von gut zwölf Prozent innerhalb von sieben Tagen. Mit einem RSI von 68 gilt das Papier jedoch als technisch heiß gelaufen. Ende Juli stehen die Quartalszahlen an. Dann muss der Konzern beweisen, dass die neue Cloud-Strategie bereits erste Erträge liefert.
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