Meta muss eine Zwei-Milliarden-Dollar-Akquisition rückabwickeln — auf Anordnung chinesischer Behörden. Seit Samstag, dem 13. Juni 2026, ist die Trennung von Manus AI offiziell vollzogen. Der Konzern verliert damit den Zugang zu Technologie, Talenten und Daten des KI-Unternehmens.
Peking greift durch
Manus AI hatte seinen Hauptsitz nach Singapur verlegt. Das reichte nicht. Chinesische Regulatoren ordneten im April die Rückabwicklung an — offenbar wegen der chinesischen Herkunft des Unternehmens. Ab dem 1. Juli 2026 treten in China neue Regeln in Kraft, die Behörden noch weitreichendere Befugnisse geben: Sie können dann abgeschlossene Auslandstransaktionen mit strategischen Technologien rückgängig machen.
Analysten werten den Vorfall als Warnsignal für Metas globale KI-Strategie. Der Konzern könnte seinen Fokus stärker auf heimische US-Infrastruktur und bestehende Partnerschaften verlagern — etwa die laufende Zusammenarbeit mit dem indischen Konzern Reliance.
Zuckerberg räumt Fehler ein
In einem internen Memo vom 13. Juni räumte CEO Mark Zuckerberg Probleme beim KI-Umbau des Konzerns ein. Er kritisierte ein Verhältnis von 50 Managern je Mitarbeiter als ineffizient. Weitere Entlassungen schloss er für den Rest des Jahres 2026 aus.
Die Stimmung in der Belegschaft bleibt angespannt. In der Abteilung „Applied AI“ mit rund 6.500 Ingenieuren beschreiben Mitarbeiter den Umbau als zermürbend. Einige haben Petitionen gegen die Nutzung interner Verhaltensdaten — etwa Tastatureingaben und Klicks — zum Training von KI-Modellen eingereicht.
Milliarden für Token, die niemand brauchte
Intern hat Meta ein weiteres Problem identifiziert: Mitarbeiter trieben künstlich die KI-Nutzung in die Höhe, um ihre Leistungskennzahlen zu verbessern. Das Unternehmen nennt das Phänomen „Tokenmaxxing“. Innerhalb von 30 Tagen verbrauchten Mitarbeiter 73,7 Billionen Token — mit entsprechenden Kosten im Milliardenbereich.
Als Gegenmaßnahme entwickelt Meta ein Echtzeit-Dashboard namens „AI Gateway“. Ab 2027 sollen individuelle Token-Budgets gelten. Ähnliche Probleme kennt man von Uber, das sein gesamtes KI-Budget bereits im April 2026 aufgebraucht hatte.
Aktie unter Druck
Die Wochenbilanz fällt deutlich aus: Meta schloss am Freitag bei 490,60 Euro, ein Wochenminus von 4,65 Prozent und ein Monatsminus von fast 7 Prozent. Mit einem RSI von 35,7 nähert sich die Aktie dem überverkauften Bereich — und notiert rund 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 677,80 Euro.
Dabei sind die Fundamentaldaten des Konzerns solide. Im ersten Quartal 2026 erzielte Meta einen Gewinn je Aktie von 10,44 Dollar bei einem Konsensus von 6,67 Dollar. Der Umsatz lag bei 56,31 Milliarden Dollar. Am 25. Juni folgt eine Dividendenzahlung von 0,525 Dollar je Aktie. Der Markt schaut derzeit weniger auf diese Zahlen — und mehr auf die geopolitischen Risiken, die Metas KI-Expansion begleiten.
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