Meta Platforms hat mit einem umfassenden Vergleich einen der bedeutendsten Rechtsstreitigkeiten der vergangenen Jahre in den USA beigelegt. Der Konzern verpflichtet sich zur Zahlung von bis zu 18 Milliarden US-Dollar und zur Umsetzung weitreichender Sicherheitsvorkehrungen für minderjährige Nutzer auf Facebook und Instagram.
Mit diesem Schritt wendet das Unternehmen einen langwierigen Prozess ab, der weite Teile des Kerngeschäfts hätte destabilisieren können, sieht sich jedoch zeitgleich mit neuen Forderungen aus der Europäischen Union konfrontiert.
Details zum Milliarden-Vergleich in den USA
Laut Reuters sieht die Vereinbarung mit fast allen US-Bundesstaaten garantierte Zahlungen in Höhe von rund 12,7 Milliarden US-Dollar vor, die über einen Zeitraum von zehn Jahren geleistet werden. Weitere 5 Milliarden US-Dollar sind als erfolgsabhängige Komponente vorgesehen und an die Bedingung geknüpft, dass auch Wettbewerber ähnliche Schutzmaßnahmen für Jugendliche einführen.
Der Vergleich beendet einen hochkarätigen Prozess, in dem Meta vorgeworfen wurde, seine Plattformen bewusst so gestaltet zu haben, dass sie Kinder abhängig machen, und dabei die Öffentlichkeit über tatsächliche Sicherheitsrisiken getäuscht zu haben.
Durch die Einigung am vergangenen Mittwoch vermeidet der Konzern die Fortsetzung einer gerichtlichen Auseinandersetzung, die zur Offenlegung weiterer interner Dokumente hätte führen können.
Analysten bewerten den Schritt als wichtiges Signal für die Rechtssicherheit des Unternehmens, da das Kerngeschäftsmodell durch den Vergleich weitgehend unangetastet bleibt. Die Verhandlungen über die Einigung wurden Medienberichten zufolge bereits während des laufenden Verfahrens intensiv geführt.
Neue Standards für den Jugendschutz
Im Zentrum der Vereinbarung stehen tiefgreifende funktionale Änderungen an Facebook und Instagram. Meta führt unter anderem ein standardmäßiges tägliches Zeitlimit von zwei Stunden für minderjährige Nutzer sowie nächtliche Sperrzeiten zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens ein. Zudem werden Push-Benachrichtigungen während der Schulzeit deaktiviert und Interaktionen wie „Likes“ oder Reaktionen für Jugendliche standardmäßig ausgeblendet.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfolgt in einem gestaffelten Zeitplan. Innerhalb von vier Monaten muss das Unternehmen einen nicht-personalisierten Feed für betroffene Nutzergruppen bereitstellen.
Umfassende Anpassungen zur Altersverifikation und tiefergehende Compliance-Maßnahmen müssen laut den Vertragsbedingungen innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein. Diese Schritte sollen sicherstellen, dass personenbezogene Daten von Kindern künftig strikter geschützt werden.
Regulatorischer Druck aus Europa
Trotz der Einigung auf dem US-Heimatmarkt bleibt die regulatorische Lage für Meta angespannt. Wie Reuters berichtet, hat Polens Minister für digitale Angelegenheiten am Donnerstag die Europäische Kommission aufgefordert, eine Geldbuße in Höhe von 250 Millionen Euro gegen den Konzern zu verhängen.
Hintergrund sind Vorwürfe, Meta versage bei der konsequenten Entfernung betrügerischer Werbeanzeigen auf seinen Plattformen. Das Unternehmen wies die Kritik zurück und betonte, bereits massiv in Systeme zur Betrugsprävention zu investieren.
Parallel dazu wurden interne Überlegungen zur Personalstruktur bekannt. Medienberichten zufolge explorierte Meta Pläne, die Belegschaft in den KI-Abteilungen in zwei Wellen um bis zu 60 % zu reduzieren. Diese Pläne wurden jedoch letztlich nicht in die Tat umgesetzt. An der Börse notiert das Papier heute bei 501,30 Euro, was einem Zuwachs von 1,7 % entspricht.
Trotz der positiven Tagesbewegung zeigt der langfristige Trend noch Nachholbedarf; der Kurs liegt aktuell mit 6,3 % unter seinem Durchschnitt der vergangenen 200 Tage. Bereits vor rund einem Monat hatte eine Kooperation mit BlackRock im Bereich der Rechenzentren für Aufmerksamkeit gesorgt, konnte den Kurs seither jedoch nur begrenzt stützen.
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