Die Meta-Aktie verzeichnete am gestrigen Handelstag einen Rückgang um 2,8 Prozent auf 661,70 Euro, belastet durch wachsende Sorgen der Anleger über steigende Ausgaben für künstliche Intelligenz. Marktteilnehmer wogen Medienberichten zufolge die zunehmenden Kosten für die erforderliche Infrastruktur ab. Damit liegt das Papier nun 4,0 Prozent unter seinem erst zu Wochenbeginn erreichten 52-Wochen-Hoch von 689,00 Euro.
Analysten heben Kostenschätzungen für Rechentechnik an
Hintergrund der Zurückhaltung an den Märkten sind aktualisierte Berechnungen zu den langfristigen Ausgaben des Digitalkonzerns. Michael Morris vom Analysehaus Guggenheim schraubte gestern seine Prognose für die Investitionsausgaben im Jahr 2027 spürbar nach oben. Statt der bisher veranschlagten 203 Milliarden $ rechnet Morris nun mit Investitionen in Höhe von 225 Milliarden $, hob das Kursziel für den Titel zugleich jedoch von 700 $ auf 850 $ an.
Parallel dazu reagierte Goldman Sachs vorsichtiger auf die absehbaren finanziellen Belastungen. Das Institut senkte gestern sein Kursziel für Meta von 860 $ auf 762 $, behielt die Einstufung mit „Buy“ aber bei.
Die Experten begründeten den reduzierten Zielwert mit einem potenziellen Druck auf die operativen Ausgaben im Jahr 2027, der aus dem anhaltenden Ausbau der Recheninfrastruktur resultieren könnte. Weitere Institute passten ihre Modelle ebenfalls nach oben an, da die Entwicklung von Basismodellen hohe Ressourcen bindet.
Ausbau der KI-Modelle trifft auf juristische Verfahren
Erst am Montag hatte Meta die Modelle Muse Wonder und Muse Wonder Full vorgestellt, die der Konzern als seine bislang leistungsfähigsten Systeme bezeichnete.
Während Muse Wonder für Entwickler über die Modellschnittstelle sowie die Plattform Muse Code zugänglich gemacht wurde, richtet sich die Full-Variante an Abonnenten dieses Dienstes. Der Marktstart des KI-Agenten Muse vor rund einem Monat zeigte bereits, wie stark der Konzern auf eigene intelligente Werkzeuge setzt.
Gleichzeitig verhandelt Meta weiterhin über die finanziellen Folgen rechtlicher Streitigkeiten. Vor einem Richter im Bundesstaat New Mexico beantragte das Unternehmen am 9. Oktober eine Obergrenze von 1,53 Milliarden $ für Zivilstrafen in einem Datenschutzverfahren.
Der Bundesstaat hatte nach einem Schuldspruch der Geschworenen Strafen zwischen 35 Milliarden $ und 40 Milliarden $ gefordert. Bereits einen Tag zuvor hatte das zuständige Gericht einem Antrag von Meta stattgegeben, die Vollstreckung möglicher Strafen bis zum Ausgang des Verfahrens nach dem Gesetz gegen unlautere Geschäftspraktiken vorläufig auszusetzen.
Für die Anleger rücken nun die konkreten Zahlen des laufenden Jahres in den Fokus. Meta hat angekündigt, die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 21. Oktober nach Handelsschluss der US-Börsen vorzulegen.
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