Die Aktie von Meta stürzte am Donnerstag um 7,96 Prozent auf 547,54 Dollar ab. Damit verzeichnete das Unternehmen den größten Tagesverlust seit Ende Oktober und verlor rund 115 Milliarden Dollar an Börsenwert. Auch die Aktie von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, gab um 3,1 Prozent nach. Auslöser war ein Gerichtsurteil aus Los Angeles, bei dem eine Jury befand, dass Meta und YouTube zur Entwicklung psychischer Probleme einer jungen Frau beigetragen haben.
Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben. Die Jury lehnte das Standardargument der Tech-Konzerne ab, wonach sie nicht für Inhalte Dritter auf ihren Plattformen haftbar gemacht werden können. Stattdessen sah sie die Produkte selbst als süchtig machend an. Die zugesprochene Schadenssumme von 6 Millionen Dollar erscheint zunächst überschaubar, doch beide Unternehmen sehen sich nun mit Tausenden gebündelten Klagen konfrontiert.
Meta Platforms Aktie Chart
Vergleiche mit der Tabak-Industrie werden laut
Am Markt wächst die Sorge, dass Tech-Unternehmen ein ähnliches Schicksal drohen könnte wie einst der Tabak-Industrie. Zigarettenhersteller mussten sich bereits in den 1950er Jahren mit Klagen auseinandersetzen und zahlten schließlich 1998 in einem Vergleich 206 Milliarden Dollar an US-Bundesstaaten. Die Parallele liegt auf der Hand: Beide Branchen werden beschuldigt, süchtig machende Produkte zu vertreiben, deren Gefahren sie heruntergespielt haben.
Allerdings erscheint ein solches Szenario noch nicht unmittelbar. Die Tech-Konzerne bestreiten weiterhin vehement einen klaren Zusammenhang zwischen der Nutzungszeit ihrer Plattformen und psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen. Meta argumentiert, dass die psychische Gesundheit von Teenagern nicht auf eine einzelne App zurückzuführen sei. Google wiederum betont, YouTube sei eine Streaming-Plattform und keine Social-Media-Seite. Beide Unternehmen kündigten Berufung an.
Entscheidender Prozess steht im Sommer bevor
Analyst Paul Gallant von TD Cowen sieht den eigentlichen Test für die Branche in einem Verfahren, das im August in San Francisco beginnen soll. Dort klagen Dutzende Generalstaatsanwälte gegen Meta mit dem Vorwurf, das Unternehmen habe die Öffentlichkeit über die Sicherheit seiner Produkte getäuscht. Gallant schreibt, dass die aktuellen Urteile zwar rechtlich nicht bindend für künftige Verfahren seien, aber der Fall in San Francisco entscheidend werden dürfte.
Sollten sich die Urteile im Sommer wiederholen, könnten Meta und Google gezwungen sein, ihre Dienste für Jugendliche grundlegend zu überarbeiten und finanzielle Vergleiche mit anderen Klägern zu prüfen. Eine unmittelbare Konsequenz könnte bereits jetzt sein, dass Tech-Konzerne ihre Implementierung von Künstlicher Intelligenz überdenken. Es mehren sich Klagen, die KI-bezogene Schäden geltend machen, oft im Zusammenhang mit intensiver Nutzung von Chatbots.
Wie sich die rechtliche Landschaft entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Tech-Branche steht möglicherweise an einem Wendepunkt, an dem die Frage nach der Verantwortung für süchtig machende Produkte neu verhandelt wird. Anleger dürften die kommenden Monate mit Spannung verfolgen.
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