Starke Zahlen, ein Rechtsvergleich in Milliardenhöhe und eine neue Aktienklasse: Meta liefert nach dem dritten Quartal reichlich Gesprächsstoff. Die Analysten heben ihre Kursziele überwiegend an. Vorbörslich gibt die Aktie dennoch leicht nach.
Zahlen über den Erwartungen
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar. Erwartet worden waren gut 63 Milliarden. Treiber war das Werbegeschäft: Die Zahl der Anzeigen legte um zehn Prozent zu, der Durchschnittspreis um 14 Prozent.
Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 9,86 Milliarden Dollar, also 3,83 Dollar je Aktie. Eine Einmalbelastung von rund 9,9 Milliarden Dollar aus der Beilegung von Rechtsstreitigkeiten mit 52 US-Generalstaatsanwälten drückte das Ergebnis. Ohne sie hätte der Gewinn bei 7,40 Dollar je Aktie gelegen.
Für das vierte Quartal peilt Meta Erlöse von 73 bis 76 Milliarden Dollar an, über den Markterwartungen. Die Investitionen für 2026 liegen nun zwischen 135 und 145 Milliarden Dollar, die Untergrenze stieg um fünf Milliarden. Konkrete Ausgabenziele für 2027 will der Konzern erst mit den Zahlen zum vierten Quartal nennen.
Muse als Hoffnungsträger
Der KI-Assistent Muse zieht Aufmerksamkeit auf sich. Nach sechs Wochen nutzen ihn mehr als zehn Millionen Menschen in den USA und Kanada. Konzernchef Mark Zuckerberg sieht darin ein Produkt, das künftig über Abonnements, Werbung und Handel mehr Umsatz je Nutzer erzielen könnte als Facebook oder Instagram. Rechenleistung bremst allerdings den globalen Start.
Die Analysten honorieren das:
- JPMorgan: Kursziel 940 statt 920 Dollar, „Overweight“
- Goldman Sachs: 885 statt 860 Dollar, „Buy“
- KeyBanc: 905 statt 900 Dollar, „Overweight“
- Cantor Fitzgerald: 860 statt 840 Dollar, „Overweight“
- Canaccord: bestätigt 950 Dollar, „Buy“
Das Bild ist nicht einheitlich. Piper Sandler und TD Cowen senkten ihre Ziele jeweils auf 850 Dollar, die einen verweisen auf höhere KI-Kosten, die anderen auf die Rechtsbelastung.
Neue Aktienklasse, neue Risiken
Ab Januar 2027 gibt Meta stimmrechtslose Class-C-Aktien aus, faktisch ein Zwei-zu-eins-Split. Zuckerberg kann damit bei Bedarf Papiere verkaufen, ohne seine Kontrolle zu verlieren. Hintergrund ist eine mögliche kalifornische Milliardärssteuer.
Im Gegenzug sagte er zu, mindestens acht Jahre in Kalifornien zu bleiben. KeyBanc sieht in möglichen Kapitalaufnahmen einen kurzfristigen Überhang, hält die Finanzierung aber für wenig riskant, solange das Wachstum anhält.
Rechtlich bleibt es unruhig. In New Mexico setzte ein Richter im Datenschutzverfahren eine Strafe von 25 Milliarden Dollar fest, Meta kündigte Berufung an. Zudem liegt in Australien eine Sammelklage wegen angeblicher Schäden für Kinder vor.
Nachbörslich legte die Aktie zunächst um gut zwei Prozent auf rund 713 Dollar zu. Vorbörslich notierte sie zuletzt etwas unter dem Schlusskurs von 697,52 Dollar. Den Berufungsverlauf in New Mexico und die 2027er-Ausgabenziele zum Jahresabschluss dürften Marktteilnehmer genau verfolgen.
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