Am morgigen Mittwoch nach US-Börsenschluss richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Quartalszahlen von Meta. Der Konzern steht vor der Herausforderung, das hohe Wachstum im Werbegeschäft mit den massiven Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) in Einklang zu bringen. Analysten erwarten für das zweite Quartal im Konsens einen Umsatz von rund 60,22 Milliarden US-Dollar. Dies entspräche einem Wachstum von etwa 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Erwartungen an das zweite Quartal
Im Fokus stehen insbesondere der Gewinn pro Aktie, der schätzungsweise zwischen 7,13 und 7,23 US-Dollar liegen dürfte, sowie die operative Marge. Das Unternehmen profitiert weiterhin von einer starken Dynamik im Werbebereich. Im ersten Quartal stieg der Werbeumsatz um 33 Prozent auf 55,02 Milliarden US-Dollar, getrieben durch ein Plus von 19 Prozent bei den Ad Impressions und einen Preisanstieg von 12 Prozent pro Anzeige. Mit zuletzt 3,56 Milliarden täglich aktiven Nutzern verfügt Meta über eine stabile Basis für die weitere Monetarisierung.
Gleichzeitig belastet die Sparte Reality Labs das Ergebnis. Im Auftaktquartal verzeichnete dieser Bereich einen operativen Verlust von 4,03 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von lediglich 402 Millionen US-Dollar. Anleger werden morgen genau beobachten, ob die Verluste in der Hardware- und Metaverse-Entwicklung zugunsten der KI-Offensive gedrosselt werden oder ob die Investitionsquote weiter steigt.
Milliardeninvestitionen belasten die Kreditbewertung
Die geplanten Investitionsausgaben (CapEx) für das Gesamtjahr 2026 liegen laut Unternehmensführung zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar. Diese aggressive Strategie zur Sicherung von Rechenkapazitäten und KI-Infrastruktur sorgt am Anleihenmarkt zunehmend für Skepsis. Medienberichten zufolge wurden Kreditderivate (Credit Default Swaps) für Meta zuletzt auf Rekordniveaus gehandelt, was auf gestiegene Absicherungskosten gegen Zahlungsausfälle hindeutet. Besonders die Finanzierung eines Rechenzentrums in Texas in Höhe von 12 Milliarden US-Dollar wurde am Markt preislich in der Nähe von Ramschniveau (B-Minus) eingeordnet.
Die Sorge vor einer „Kapitalvernichtung“ im KI-Sektor wird durch die jüngsten Berichte von Wettbewerbern befeuert. So verzeichnete Alphabet im abgelaufenen Quartal erstmals einen negativen freien Cashflow aufgrund der hohen KI-Ausgaben. Meta plant laut Marktberichten zudem den Einstieg in das Cloud-Geschäft unter dem Namen „Meta Compute“ und führt Gespräche über ein 10 Milliarden US-Dollar schweres Leasinggeschäft für Rechenkapazitäten mit dem Start-up Anthropic.
Neue Erlösquellen und regulatorische Hürden
Um die hohen Investitionskosten abzufedern, führt Meta neue Abonnement-Modelle für KI-Dienste ein. Unter dem Namen „Meta One“ werden in ausgewählten Regionen wie Singapur und Bolivien Abos zwischen 7,99 und 19,99 US-Dollar pro Monat getestet. Damit versucht der Konzern, die Abhängigkeit vom volatilen Werbemarkt zu verringern, der im ersten Quartal noch fast den gesamten Umsatz ausmachte.
Auf der regulatorischen Seite steht Meta unter Beobachtung. Am 2. August treten neue EU-Transparenzregeln für KI in Kraft, die eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte wie Deepfakes vorsehen. Zudem sieht sich das Unternehmen mit einer Klage im US-Bundesstaat Tennessee konfrontiert, in der Meta vorgeworfen wird, eigene Forschungsergebnisse zu potenziellen Schäden für Jugendliche ignoriert zu haben.
Die Aktie notiert derzeit bei 524,10 € und damit leicht im Plus. Das Papier bewegt sich aktuell etwa 3,72 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 544,36 €. Mit einem Abstand von -22,68 % zum 52-Wochen-Hoch bleibt der Wert vor den morgigen Zahlen in einer technischen Konsolidierungsphase. Anleger achten nun darauf, ob die Quartalsergebnisse ausreichen, um den jüngsten Abwärtstrend der vergangenen Woche zu brechen.
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