Meta Platforms hat heute seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Trotz eines kräftigen Umsatzwachstums von 28 Prozent auf 60,80 Milliarden US-Dollar verfehlte der Konzern die Gewinnerwartungen deutlich.
Das Ergebnis je Aktie lag mit 6,18 US-Dollar rund 14,4 Prozent unter dem Marktkonsens, der bei 7,22 US-Dollar gelegen hatte. Die operative Marge des Facebook-Mutterkonzerns schrumpfte im Vorjahresvergleich massiv von 43 Prozent auf nun 31 Prozent.
Ein wesentlicher Grund für die Profitabilitätseinbußen sind außerordentliche Belastungen. Meta verbuchte Rechtskosten in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar sowie Abfindungszahlungen von 1,2 Milliarden US-Dollar infolge eines Stellenabbaus von 8.000 Mitarbeitern.
Besonders unter Druck geriet der freie Cashflow, der um 91 Prozent auf 784 Millionen US-Dollar einbrach. Ursächlich hierfür waren vor allem die massiven Investitionsausgaben (Capex), die sich im abgelaufenen Quartal auf 31,1 Milliarden US-Dollar beliefen.
Juristischer Druck und strikte Auflagen in den USA
Zusätzliche finanzielle und operative Hürden ergeben sich aus einem Gerichtsurteil im US-Bundesstaat New Mexico vom vergangenen Freitag. Meta wurde zur Zahlung von insgesamt 942 Millionen US-Dollar verpflichtet.
Die Summe setzt sich aus einem Abhilfefonds in Höhe von 567 Millionen US-Dollar zur Verbesserung der Kindersicherheit und zivilrechtlichen Strafen von 375 Millionen US-Dollar zusammen. Der zuständige Richter bezeichnete das Unternehmen in seinem Urteil als „öffentliches Ärgernis“.
Die gerichtliche Anordnung sieht weitreichende Plattformänderungen vor, gegen die Meta bereits Berufung angekündigt hat. Zu den Auflagen gehört eine zeitliche Nutzungsbeschränkung von 90 Stunden pro Monat für Minderjährige sowie Einschränkungen bei der Nutzung von KI-Chatbots für diese Altersgruppe.
Zudem sollen „Like“-Zahlen für junge Nutzer verborgen und neue Mechanismen zur Altersverifizierung sowie ein Meldeportal für Schulen eingeführt werden.
Strategische Rückschläge und Fokus auf Open-Source-KI
Auch im Bereich der strategischen Expansion musste der Konzern einen Dämpfer hinnehmen. Gestern wurde die Trennung von dem KI-Startup Manus bekannt gegeben. Chinesische Regulierungsbehörden hatten die bereits Ende 2025 angekündigte Übernahme im Wert von zwei Milliarden US-Dollar blockiert, woraufhin das Vorhaben nun rückgängig gemacht wurde. Manus wird den Betrieb wieder unabhängig aufnehmen.
Trotz dieser geopolitischen Hürden treibt Meta seine KI-Offensive voran. Am Montag veröffentlichte das Unternehmen mit Muse Glimmer ein neues, quelloffenes KI-Modell mit 30 Milliarden Parametern, das für den lokalen Einsatz auf Endgeräten konzipiert ist.
CEO Mark Zuckerberg betonte in einem zeitgleich veröffentlichten Manifest seine Vision einer offenen KI-Landschaft. Er plädierte darin für eine stärkere Kooperation mit Regierungen bei der Sicherheitsinfrastruktur und kritisierte Warnungen anderer Branchenvertreter vor existenziellen Risiken der Technologie.
Marktreaktion und angepasste Prognosen
An der Börse sorgte die Kombination aus schwächeren Gewinnen und hohen Ausgaben für Verkäufe. Die Aktie notiert heute bei 504,30 € und verzeichnet damit ein Minus von -2,9%. Im Vergleich zum 200-Tage-Durchschnitt von 538,10 € bedeutet dies einen Abschlag von -6,3%.
Bereits am vergangenen Sonntag hatten Medienberichten zufolge Analysten ihre Einstufung für das Papier von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt. Als Begründung wurden fehlende Nachfragesignale für die hohen Investitionen angeführt.
Für das restliche Geschäftsjahr stellt sich Meta auf weiter steigende Kosten ein. Die Prognose für die Gesamtausgaben wurde auf 165 bis 169 Milliarden US-Dollar angehoben. Bei den Investitionsausgaben rechnet das Management nun mit einer Spanne zwischen 130 und 145 Milliarden US-Dollar. Um den immensen Bedarf an Rechenzentren zu bewältigen, setzt der Konzern verstärkt auf Partnerschaften und arbeitet hierfür unter anderem mit BlackRock zusammen.
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