Meta Aktie: 14 Gigawatt Rechenkapazität bis 2027

Meta investiert Milliarden in eigene KI-Chips und plant Cloud-Dienste. Die Aktie reagiert verhalten auf die hohen Ausgaben.

Auf einen Blick:
  • Eigene MTIA-Chipfamilie ab September in Serie
  • Rechenzentrum für 50 Milliarden Dollar geplant
  • Verhandlungen mit Anthropic über Cloud-Deal
  • Aktie fällt trotz ambitionierter Wachstumspläne

Durch den Aufbau einer eigenen Chip-Produktion und milliardenschwere Investitionsprogramme versucht das Unternehmen, die Abhängigkeit von externen Hardware-Anbietern zu reduzieren und seine Kapazitäten für künftige KI-Modelle abzusichern. Im Zentrum dieser Strategie steht die hauseigene MTIA-Chipfamilie, deren neuestes Modell unter dem Codenamen Iris bereits im September 2026 in die Massenproduktion gehen soll.

Milliardeninvestitionen in die Iris-Architektur

Die technologische Roadmap des Konzerns sieht eine aggressive Ausweitung der Hardware-Kapazitäten vor. Berichten von Analysten zufolge plant Meta für das Jahr 2026 Kapitalausgaben (Capex) in einer Spanne zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar. Ein erheblicher Teil dieser Summe fließt in die Entwicklung und Produktion der eigenen MTIA-Chips (Meta Training and Inference Accelerator). Nach erfolgreichen sechswöchigen Testphasen soll der Iris-Chip ab September produziert werden, wobei Meta auf eine Lieferkette setzt, die unter anderem Broadcom und TSMC umfasst.

Ziel ist eine vertikale Integration, bei der alle sechs Monate eine neue Chip-Generation auf den Markt gebracht wird. Bis zum Jahr 2027 strebt der Konzern eine Rechenkapazität von insgesamt 14 Gigawatt an. Während die MTIA-300-Serie bereits in Produktion ist, befinden sich die Modelle MTIA 450 und 500 für einen großflächigen Einsatz im Jahr 2027 in der Planung. Diese Eigenentwicklungen sollen die bestehenden Grafikprozessoren (GPUs) ergänzen und mittelfristig die Betriebskosten für KI-Anwendungen senken. Parallel dazu investiert das Unternehmen massiv in physische Infrastruktur, darunter ein 50 Milliarden US-Dollar teures Rechenzentrum im US-Bundesstaat Louisiana.

Expansionskurs durch Cloud-Partnerschaften

Neben der Hardware-Entwicklung bereitet Meta offenbar den Einstieg in den Markt für Cloud-Computing vor. Medienberichten zufolge befindet sich das Unternehmen in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem KI-Startup Anthropic über eine umfassende Partnerschaft. Der zur Debatte stehende Deal sieht die Vermietung von Rechenkapazitäten im Wert von 10 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von zwei Jahren vor. Anthropic, das bereits ähnliche Vereinbarungen mit SpaceX getroffen hat, sucht aufgrund von Kapazitätsengpässen nach neuen Infrastruktur-Partnern.

Um dieses neue Geschäftsfeld, das intern unter dem Namen „Meta Compute“ geführt werden soll, professionell aufzustellen, hat der Konzern personell aufgerüstet. Mit Dave Brown wurde ein erfahrener Manager des Cloud-Marktführers AWS verpflichtet. Analysten von The Motley Fool weisen darauf hin, dass Meta durch die Monetarisierung überschüssiger Rechenkapazitäten eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen könnte, die über das klassische Werbegeschäft hinausgeht.

Marktbewertung und operative Herausforderungen

Trotz der ambitionierten Wachstumspläne reagierte der Kapitalmarkt zuletzt verhalten auf die steigenden Ausgaben. Am vergangenen Freitag verzeichnete die Aktie eine Tagesveränderung von -2,67 Prozent und schloss bei 565,10 Euro. Damit notiert der Wert aktuell rund 16,63 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Der Markt fordert zunehmend belastbare Belege für die Rentabilität der massiven KI-Investitionen, da die Kapitalaufnahmen in der Branche teilweise den freien Cashflow übersteigen. Dennoch bleibt die fundamentale Bewertung für einige Experten attraktiv: Morningstar beziffert den fairen Wert der Aktie auf 850 US-Dollar, was einem erheblichen Aufwärtspotenzial entspricht.

Operativ hatte der Konzern zudem mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Am Sonntag, dem 19. Juli 2026, kam es zu weltweiten Störungen der Dienste Facebook, Instagram und Messenger. Allein in den USA wurden zeitweise fast 50.000 Beschwerden registriert, wobei insbesondere die Feeds und Anruffunktionen betroffen waren. Als Ursache werden interne Infrastrukturfehler vermutet. Während die Dienste schrittweise wiederhergestellt wurden, plant das Management unterdessen weitere Effizienzsteigerungen. Im Raum steht ein potenzieller Personalabbau von bis zu 20 Prozent, was jährliche Einsparungen von etwa 6 Milliarden US-Dollar realisieren könnte.

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