Meta greift tief in die eigene Struktur ein. Rund 8.000 Stellen fallen weg, während zugleich Tausende Ingenieure in neue „Applied AI“-Einheiten wechseln. Der Konzern zieht damit die nächste große Wette auf künstliche Intelligenz hoch – und akzeptiert dafür höhere Kosten, mehr Umbruch und kurzfristig weniger Ruhe im Geschäft.
Umbau mit klarer Richtung
Die Kürzungen betreffen etwa 10 Prozent der Belegschaft. Es geht dabei nicht um eine Schwäche im operativen Geschäft, sondern um eine gezielte Verlagerung von Ressourcen hin zu KI-Produkten und -Infrastruktur. Besonders deutlich wird das bei den neu formierten Teams, die autonome Agenten entwickeln sollen. Diese Systeme sollen künftig Code schreiben und komplexe Aufgaben übernehmen.
Parallel dazu schraubt Meta die Investitionen kräftig nach oben. Für 2026 sind Ausgaben zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar vorgesehen. Zum Vergleich: 2024 lagen die Investitionen noch bei 39,2 Milliarden Dollar. Der Abstand zeigt, wie aggressiv der Konzern den Ausbau von Rechenzentren und Spezialchips vorantreibt.
Europa bremst mit
Indes steht Meta auch regulatorisch unter Druck. Um Wettbewerbssorgen in der EU zu entschärfen, bietet der Konzern rivalisierenden KI-Chatbots freien Zugang zur WhatsApp-Umgebung an. Das soll antitrustrechtliche Vorbehalte abmildern, während Meta die eigenen Llama-Modelle stärker in die „Family of Apps“ einbettet.
Der Markt reagiert bisher mit Respekt, aber nicht ohne Skepsis. Die Aktie startete am Montag bei 610,26 Dollar, liegt auf Sicht von 30 Tagen aber 8,62 Prozent im Minus. Der Kurs notiert zugleich knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt und deutlich unter der 200-Tage-Linie.
Solide Zahlen, teure Wette
Operativ liefert Meta weiter stark ab. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 56,31 Milliarden Dollar, ein Plus von 33 Prozent. Der Gewinn je Aktie lag mit 10,44 Dollar klar über den erwarteten 6,67 Dollar. Das Werbegeschäft profitiert weiter von besserem Targeting und KI-gestützter Kreation.
Belastend bleibt die Reality-Labs-Sparte. Dort fiel im Quartal ein operativer Verlust von 4,03 Milliarden Dollar an. Das zeigt, wie teuer die Zukunftsoptionen noch sind. Zusätzliche Fantasie soll der jüngste Zukauf Moltbook bringen, eine spezialisierte Plattform für KI-Agenten und soziale Medien.
Für das zweite Quartal stellt Meta 58 bis 61 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Der Konsens beim Kursziel liegt bei rund 826 Dollar, was aus heutiger Sicht noch erheblichen Spielraum bedeuten würde. Ob daraus mehr als eine teure Zwischenphase wird, entscheidet sich daran, wie schnell Meta die neuen KI-Funktionen in Reichweite und Ertrag übersetzen kann.
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