Meta Aktie: 10-Milliarden-Deal mit Anthropic in Gesprächen

Meta plant, überschüssige KI-Rechenkapazität an Anthropic zu vermieten. Der Deal könnte das Werbegeschäft ergänzen und neue Einnahmequellen erschließen.

Auf einen Blick:
  • Milliardenschwere Verhandlungen mit Anthropic
  • Meta plant Einstieg ins Cloud-Geschäft
  • Investitionen in KI-Chip Iris steigen
  • Aktie verliert trotz positiver Analystenstimmen

Zehn Milliarden Dollar, zwei Jahre, eine ungewöhnliche Konstellation: Meta befindet sich in Gesprächen mit dem Konkurrenten Anthropic über die Vermietung von KI-Rechenkapazität. Anthropic hatte den Deal im Juni vorgeschlagen, Anthropic würde monatlich zahlen, beide Seiten könnten vorzeitig aussteigen. Der Umfang entspricht etwa einem Drittel des 45-Milliarden-Dollar-Abkommens, das Anthropic im Mai mit SpaceX über drei Jahre geschlossen hatte.

Zuckerberg will überschüssige Kapazität verkaufen

Für Meta wäre der Deal ein Schritt raus aus der reinen Werbefinanzierung. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bislang keine Infrastruktur, um Rechenleistung wie ein Cloud-Anbieter zu verkaufen – entsprechend kompliziert gelten die Gespräche. Zuckerberg sagte, fast jede Woche würden Firmen anfragen, ob sie Compute kaufen könnten. Um das Geschäft aufzubauen, hat Meta den früheren AWS-Manager Dave Brown eingestellt. Sollte der Deal zustande kommen, träte Meta in direkte Konkurrenz zu CoreWeave und Nebius, mit denen Meta selbst zuvor eigene Compute-Vereinbarungen im April beziehungsweise März geschlossen hatte. Anthropic wiederum bereitet Berichten zufolge einen Börsengang für Oktober 2026 vor und hat bereits Kapazitäten bei Google, SpaceX, Microsoft, Amazon und über ein zwanzigjähriges Rechenzentrums-Leasing mit TeraWulf gesichert.

Kapitalausgaben verdoppeln sich, Iris-Chip startet im September

Der mögliche Anthropic-Deal fällt in eine Phase massiv steigender Investitionen. Meta hat die Kapitalausgaben-Prognose für 2026 auf bis zu 145 Milliarden Dollar angehoben, nach 72 Milliarden Dollar im Vorjahr. Ein Teil des Geldes fließt in den hauseigenen KI-Chip Iris, der im September mit Partnern Broadcom und TSMC in Produktion geht. Ziel ist es, die Rechenzentrumskapazität bis 2027 auf 14 Gigawatt zu verdoppeln. Finanzchefin Susan Li begründete den Schritt damit, dass die bisherige Kapazität nicht ausreiche. Ergänzend investiert Meta rund 9,1 Milliarden Dollar in ein Rechenzentrum in Kanada.

Kurs gibt im Tech-Ausverkauf nach, Analysten uneins

Am Markt kam die Nachrichtenlage gemischt an. Die Meta-Aktie schloss am Freitag bei 565,10 Euro und verlor auf Tagesbasis 2,67 Prozent, mitten in einem breiteren Ausverkauf von Technologiewerten. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 14,53 Prozent, zum 52-Wochen-Hoch aus dem vergangenen Juli fehlen der Aktie derzeit 16,63 Prozent. Die Analysten von BMO Capital sehen bei Meta unter den großen KI-Investoren „die am wenigsten sichtbare ROI-Story“ und verweisen zusätzlich auf zunehmenden kartellrechtlichen Druck. Zuckerberg selbst räumte ein, dass die Entwicklung von KI-Agenten langsamer verlaufe als erhofft. Der Wedbush-Analyst Ygal Arounian stufte Meta im Hyperscaler-Vergleich mit Amazon dennoch mit „Outperform“ ein, nannte für Meta allerdings kein konkretes Kursziel. Der Analystenkonsens veranschlagt für die Aktie ein Kursziel von 830,45 US-Dollar bei der Einstufung „Moderate Buy“.

Zahlen und Termine

Im ersten Quartal hatte Meta einen Umsatz von 56,31 Milliarden Dollar ausgewiesen, ein Plus von 33,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, und die Gewinnschätzung von 6,67 Dollar je Aktie mit 10,44 Dollar deutlich übertroffen. Die nächsten Quartalszahlen legt Meta am 29. Juli vor. Anleger werden dort insbesondere darauf achten, ob sich der laufende Investitionsschub – von den Chip-Plänen bis zum möglichen Anthropic-Geschäft – bereits in konkreten Erträgen niederschlägt oder vorerst eine reine Kostenlast bleibt.

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