Mesoblast hat den operativen Mittelabfluss deutlich reduziert und zugleich den Ryoncil-Umsatz gesteigert. Im heute veröffentlichten Quartalsbericht meldet das Unternehmen einen Cashverbrauch von 2,1 Millionen US-Dollar nach 14,9 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Das entspricht einer Verbesserung um 86 Prozent.
Damit liefert Mesoblast neben dem Umsatzwachstum einen zweiten wichtigen Fortschritt: Das laufende Geschäft beanspruchte deutlich weniger liquide Mittel. Ein positiver operativer Cashflow ist damit allerdings noch nicht erreicht.
Ryoncil wächst nach saisonaler Schwäche
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Ryoncil einen Umsatz von 28 Millionen US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 44 Prozent. Die Umsatzangabe ist vorläufig; Abschluss und Prüfung stehen noch aus.
Nach saisonal schwächeren Monaten im Juli und August verzeichnete September die bislang höchste Zahl neuer Ryoncil-Patientenstarts innerhalb eines Monats. Das gibt dem gemeldeten Wachstum zusätzlichen operativen Kontext: Zum Quartalsende zog die Zahl neu begonnener Behandlungen an.
Die Aktie reagiert heute vorbörslich mit einem Plus von 18% auf den Bericht. Der Kurs von 1,40 € spiegelt damit eine positive Aufnahme der Umsatz- und Liquiditätsentwicklung wider.
Liquidität und Erwachsenenstudie im Fokus
Zum Ende des am 30. September abgeschlossenen Quartals verfügte Mesoblast über einen Kassenbestand von 99 Millionen US-Dollar. Der stark gesunkene operative Mittelabfluss ist für die Einordnung dieses Finanzpolsters entscheidend.
Parallel zum bestehenden Ryoncil-Geschäft arbeitet Mesoblast an der Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten. Die Zulassungsstudie bei Erwachsenen mit steroidrefraktärer akuter Graft-versus-Host-Erkrankung ist gestartet und nimmt Patienten auf.
Bis zu 40 US-Studienstandorte sollen dieses Jahr aktiviert werden. Diese sollen rund 60 Prozent der jährlich geschätzt 8.500 erwachsenen US-Allotransplantationspatienten abdecken. Der geplante Ausbau des Studiennetzes ist damit ein wichtiger nächster Umsetzungsschritt.
Zudem genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA den zusätzlichen Ryoncil-Potenztest TIBA. Diese regulatorische Entwicklung steht neben der laufenden Rekrutierung als weiterer Fortschritt im Quartalsbericht.
Weitere Programme erreichen wichtige Etappen
Bei rexlemestrocel-L hat Mesoblast die Behandlung sämtlicher 350 Teilnehmer der Phase-3-Studie gegen chronische Rückenschmerzen abgeschlossen. Der primäre Endpunkt nach zwölf Monaten wird im nächsten Jahr erwartet.
Der Abschluss der Behandlungen ist noch kein Wirksamkeitsnachweis. Für die Bewertung des Programms bleibt deshalb das Ergebnis am vorgesehenen Endpunkt maßgeblich.
Für eine weitere Anwendung bestätigte die FDA, dass Mesoblast einen biologischen Zulassungsantrag für rexlemestrocel-L einreichen kann. Dabei geht es um lebensbedrohliche Magen-Darm-Blutungen bei Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz und linksventrikulärem Unterstützungssystem. Eine Zulassung ist damit nicht erteilt.
Die heutige Nachricht verbindet somit kommerzielles Wachstum mit deutlich geringerem Mittelabfluss. Für Anleger stehen anschließend zwei unterschiedliche Nachweise an: die Fortsetzung der Ryoncil-Entwicklung und belastbare Ergebnisse aus den weiteren klinischen Programmen.
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