Merck Aktie: Weniger Gewinn, mehr Zuversicht

Merck hebt dank Mavenclad-Aufschub und starker Sparten die Jahresziele erneut an, trotz eines deutlichen Rückgangs des Nettogewinns im zweiten Quartal.

Auf einen Blick:
  • Umsatz steigt, Nettogewinn fällt
  • Mavenclad-Konkurrenz erst ab August
  • Jahresprognose zum zweiten Mal erhöht
  • Aktie reagiert vorbörslich positiv

Ein Quartal mit Widersprüchen: Der Gewinn nach Steuern bricht bei Merck deutlich ein, während der Vorstand die Jahresprognose zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit anhebt. Wie passt das zusammen? Der Blick ins Detail zeigt, dass operative Stärke und ein einmaliger Belastungsfaktor im Ergebnis auseinanderfallen.

Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern steigerte den Umsatz im zweiten Quartal auf 5,434 Milliarden Euro, ein organisches Plus von 4,1 Prozent. Das bereinigte EBITDA wuchs sogar um 9,3 Prozent auf 1,599 Milliarden Euro, die Marge kletterte auf 29,4 Prozent. Der Gewinn nach Steuern brach dagegen auf 494 Millionen Euro ein, nach 655 Millionen Euro im Vorjahresquartal – das Ergebnis je Aktie sank entsprechend auf 1,13 Euro. Auf bereinigter Basis, die Sondereffekte herausrechnet, zeigt sich ein anderes Bild: Hier stieg das Ergebnis je Aktie auf 2,16 Euro von 2,02 Euro.

Mavenclad-Frist verschiebt sich

Ein zentraler Faktor für die optimistischere Jahressicht liegt im Detail der Healthcare-Sparte. Die US-Generikakonkurrenz für das Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad greift nun erst ab August, nicht wie ursprünglich erwartet bereits ab Mai. Der Effekt verschafft Merck zusätzliche Monate mit Umsätzen, die bislang nicht eingeplant waren. Hinzu kommen nachlassende negative Währungseffekte sowie eine erwartete stärkere Dynamik in den Sparten Life Science und Electronics.

Prognose erneut angehoben

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit einem Umsatz zwischen 21,0 und 21,8 Milliarden Euro, nach zuvor 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA soll auf 5,9 bis 6,3 Milliarden Euro steigen, das entspricht einer Anhebung um 200 Millionen Euro gegenüber der bisherigen Spanne. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie visiert Merck nun 7,90 bis 8,60 Euro an – nach zuvor 7,50 bis 8,20 Euro, aber weiterhin unterhalb der 8,34 Euro aus dem Vorjahr.

Im vorbörslichen Handel reagierte die Aktie leicht positiv und notierte zeitweise bei 146,95 Euro. Die zweite Prognoseanhebung binnen weniger Monate signalisiert, dass der Vorstand trotz des schwächeren Nettogewinns Vertrauen in die operative Entwicklung der kommenden Quartale setzt.

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