Die Aktie von Merck legte in den vergangenen Wochen deutlich zu und notierte zuletzt bei 116,37 Dollar. Der Pharmakonzern aus Rahway hat am Mittwoch die Übernahme von Terns Pharmaceuticals für rund 6,7 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Damit setzt das Unternehmen seine Serie von Zukäufen fort, mit denen es sein Portfolio vor dem Patentauslauf des Blockbusters Keytruda absichern will.
Merck bietet 53 Dollar je Aktie in bar, was einer Prämie von 42 Prozent auf den durchschnittlichen Kurs der vergangenen 90 Handelstage entspricht. Die Papiere von Terns waren bereits in den Wochen vor der Ankündigung gestiegen und hatten seit dem Jahrestief Mitte Januar rund 50 Prozent zugelegt, ohne dass das Unternehmen größere Neuigkeiten verkündet hatte.
Wettlauf gegen die Zeit bei Keytruda
Die Übernahme fügt sich in eine Strategie ein, die CEO Robert Davis konsequent verfolgt. Merck steht vor der Herausforderung, dass sein wichtigstes Medikament Keytruda bereits 2028 seinen Patentschutz verlieren könnte. Das Krebsmittel erwirtschaftet jährlich etwa 30 Milliarden Dollar Umsatz. Die gesamte Pharmaindustrie sieht sich bis 2030 mit Umsatzverlusten von schätzungsweise 320 Milliarden Dollar durch auslaufende Patente konfrontiert.
Im vergangenen Jahr hatte Merck bereits Verona Pharma für 10 Milliarden Dollar und Cidara Therapeutics für 9,2 Milliarden Dollar übernommen. Investoren honorierten diese Aktivitäten bislang: Seit der Verona-Akquisition im Juli stieg die Aktie um 38 Prozent. Die Marktkapitalisierung beträgt mittlerweile 288 Milliarden Dollar.
Merck & Co. Aktie Chart
Hoffnung ruht auf neuem Leukämie-Medikament
Im Zentrum der Terns-Übernahme steht der Wirkstoffkandidat TERN-701, ein oral verfügbarer Hemmer zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie. Die Substanz befindet sich in einer Phase-1/2-Studie und richtet sich an Patienten, die bereits mindestens eine Vortherapie erhalten haben. Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology im vergangenen Jahr hatte Terns Daten präsentiert, wonach mehr als die Hälfte der behandelten Patienten innerhalb von 24 Wochen eine deutliche Verbesserung zeigte.
Dean Li, Forschungschef bei Merck, betonte das Potenzial: „Basierend auf frühen klinischen Daten könnte TERN-701 eine bedeutsam differenzierte Option für bestimmte Patienten darstellen.“ Die bisherigen Studienergebnisse zeigten ermutigende Ansprechraten, auch bei Patienten mit hoher Krankheitslast nach mehreren Therapielinien. Die Mehrzahl der Nebenwirkungen wurde als leicht eingestuft.
Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2026 erwartet und soll als Vermögenserwerb verbucht werden. Merck rechnet mit einer Belastung von etwa 5,8 Milliarden Dollar oder 2,35 Dollar je Aktie. Bleibt abzuwarten, wie schnell sich TERN-701 in der klinischen Entwicklung bewährt und ob die aggressive Einkaufsstrategie tatsächlich die Lücke schließen kann, die Keytruda hinterlassen wird. Anleger dürften vor allem die weiteren Studiendaten genau verfolgen.
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