Der deutsche Automobilhersteller Mercedes-Benz sieht sich in China mit einem zunehmend schwierigen Marktumfeld und einem intensiven Preiswettbewerb konfrontiert.
Trotz deutlicher Preisabschläge gegenüber den europäischen Märkten gelingt es dem Konzern derzeit kaum, signifikante Marktanteile im Bereich der Elektromobilität zu gewinnen. Während lokale Wettbewerber ihre Volumina steigern, kämpfen die etablierten deutschen Autobauer mit einer Kaufzurückhaltung der chinesischen Kunden.
Drastische Preisabschläge beim CLA-Modell
Ein zentrales Signal für die angespannte Lage ist die Preisgestaltung für den Mercedes-Benz CLA in China. Medienberichten zufolge liegt der Einstiegspreis für dieses Modell bei 229.000 Yuan, was umgerechnet etwa 33.943 US-Dollar entspricht.
Dieser Verkaufspreis liegt rund 40 Prozent unter dem vergleichbaren Niveau auf dem europäischen Markt. Die Notwendigkeit solcher Nachlässe unterstreicht den Druck, dem die Stuttgarter ausgesetzt sind, um im Wettbewerb mit chinesischen Herstellern überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben.
Diese Strategie bleibt jedoch nicht ohne Folgen für die Profitabilität des Unternehmens. Berichten zufolge nimmt Mercedes-Benz bei seinen Elektroautos derzeit Verluste pro verkauftem Fahrzeug in Kauf. Dies steht im Gegensatz zu vielen chinesischen Herstellern, die zwar ebenfalls geringe Margen oder Verluste akzeptieren, dabei jedoch deutlich höhere Absatzmengen generieren können, um sich Marktanteile dauerhaft zu sichern.
Herausforderndes Umfeld für deutsche Autobauer
Die Absatzdaten verdeutlichen die schwierige Position: Im ersten Halbjahr 2026 konnten in China lediglich 627 Einheiten des Modells CLA L abgesetzt werden.
Im direkten Vergleich dazu verzeichnete der chinesische Konkurrent Xiaomi für sein Modell SU7 im gleichen Zeitraum bereits rund 80.000 fest bestätigte Bestellungen (locked orders). Diese Diskrepanz verdeutlicht die Dynamik, mit der neue Player in den Markt drängen und etablierte Marken unter Druck setzen.
Analysten von JPMorgan führen diese Entwicklung unter anderem darauf zurück, dass die deutschen Modelle für den aktuellen chinesischen Markt schlichtweg zu teuer positioniert sind. Mercedes-Benz steht mit diesem Problem nicht alleine da: Auch andere deutsche Premiumhersteller wie BMW, Volkswagen und Porsche mussten im zweiten Quartal 2026 Absatzeinbußen von rund 30 Prozent auf dem chinesischen Markt hinnehmen.
Kursentwicklung spiegelt Skepsis der Anleger wider
Das schwierige operative Geschäft in Fernost belastet auch den Aktienkurs des DAX-Konzerns. Seit Jahresbeginn hat die Aktie von Mercedes-Benz bereits 23 Prozent an Wert verloren. Mit einem aktuellen Kurs von 46,27 Euro notiert das Papier zudem deutlich unter seinem langfristigen Trend: Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt aktuell minus 13 Prozent, was die anhaltend negative Stimmung der Marktteilnehmer unterstreicht.
Zusätzlicher Druck entsteht durch den Erfolg chinesischer Marken auch außerhalb ihres Heimatmarktes. So stieg der Marktanteil chinesischer Fahrzeughersteller in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 auf 3,8 Prozent, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch bei 2,2 Prozent gelegen hatte.
Laut Daten des DAT zeigen sich immer mehr Besitzer von Fahrzeugen anderer Marken wechselbereit gegenüber den neuen Herausforderern aus Fernost, was den globalen Wettbewerbsdruck auf Mercedes-Benz weiter verschärft.
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