Der Stuttgarter Autokonzern hat zum Auftakt des Geschäftsjahres 2026 die Märkte positiv überrascht. Trotzdem quittierten Anleger die Quartalszahlen mit Verkäufen. Die Aktie gab im Verlauf des Mittwochs um rund ein halbes Prozent nach und schloss bei knapp 48,76 Euro. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt, wenn man genauer hinschaut.
Denn die eigentliche Nachricht war keine schlechte: Das operative Ergebnis lag mit 1,90 Milliarden Euro zwar deutlich unter dem Vorjahreswert, traf aber nicht annähernd die pessimistischen Erwartungen vieler Analysten. Auch der Gewinn je Aktie fiel mit 1,49 Euro elf Cent besser aus als prognostiziert.
Der Umsatz sank um knapp fünf Prozent auf 31,6 Milliarden Euro, was angesichts weltweit schwächerer Absatzzahlen wenig überrascht. Insgesamt wurden im ersten Quartal gut 419.000 Fahrzeuge verkauft, rund sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
China bleibt das schwierigste Kapitel
Hinter den Zahlen verbirgt sich ein strukturelles Problem, das Mercedes schon seit geraumer Zeit belastet: der wichtige chinesische Markt. Dort schwächelt die Kauflust der Verbraucher erheblich, während gleichzeitig einheimische Hersteller im Premiumsegment immer selbstbewusster auftreten. Zusätzlich belasten ungünstige Wechselkursbewegungen und die Auswirkungen amerikanischer Einfuhrzölle das Ergebnis.
Bereits im Gesamtjahr 2025 hatte diese Kombination den Konzerngewinn von ehemals über zehn Milliarden Euro auf gut fünf Milliarden Euro halbiert. Um gegenzusteuern, läuft seit längerem ein Sparprogramm, und zahlreiche neue Fahrzeugmodelle sollen frische Kaufanreize schaffen.
Mercedes-Benz Aktie Chart
Verkauf der Leasingtochter Athlon bringt Milliarden
Parallel zu den Quartalszahlen wurde ein weiterer strategisch relevanter Schritt bekannt. Mercedes hat im April einen Vertrag zum Verkauf seiner Fuhrparkmanagement-Tochter Athlon an die französische Großbank BNP Paribas unterzeichnet. Athlon bietet Unternehmen umfassende Leasingpakete an, bei denen alles rund ums Fahrzeug aus einer Hand kommt.
Den Abschluss der Transaktion erwartet der Konzern in der zweiten Jahreshälfte 2026, behördliche Genehmigungen vorausgesetzt. Finanzvorstand Harald Wilhelm zufolge könnte dem Konzern dadurch bis zu eine Milliarde Euro zufließen, ein willkommener Liquiditätspuffer in schwierigen Zeiten.
Prognose bestätigt, Analysten bleiben optimistisch
Trotz des herausfordernden Umfelds hält Mercedes-Benz an seiner Jahresprognose fest. Die Auftragslage bei neuen Modellen sei solide, und für das zweite Halbjahr erwartet das Management mehr Dynamik. Goldman Sachs bekräftigte daraufhin seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 66 Euro, was einem erheblichen Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs entspräche. Bernstein-Analyst Stephen Reitman bezeichnete 2026 zwar als schwieriges Jahr, betonte aber, dass der Konzern unter den gegebenen Bedingungen solide gestartet sei.
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