Mercedes-Benz gerät in das Visier der US-Gesetzgebung. Ein neuer Gesetzesentwurf könnte den Stuttgarter Konzern hart treffen. Der „Motor Vehicle Modernization Act of 2026“ sieht vor, Hersteller mit Beteiligungen gegnerischer Regierungen vom US-Markt auszuschließen.
Das Problem liegt in der Aktionärsstruktur. Das chinesische Staatsunternehmen BAIC hält 9,98 Prozent der Anteile. Parallel dazu kontrolliert Geely-Gründer Li Shufu weitere 9,69 Prozent des Unternehmens. Zusammengenommen halten diese chinesischen Investoren fast 20 Prozent an Mercedes-Benz.
Die Folge: Ein Verkaufsverbot für fünf Jahre droht. Dies betrifft nicht nur Importe, sondern auch die Produktion vor Ort. Mercedes betreibt wichtige Werke in Alabama und South Carolina. Experten stufen die aktuelle Eigentümerstruktur aufgrund der Gesetzesformulierung als kritisch ein.
Operativ läuft es hingegen rund. Die überarbeitete S-Klasse verzeichnet eine hohe Nachfrage. Das Unternehmen fährt die Produktion in Sindelfingen deshalb im Sommer 2026 wieder auf zwei Schichten hoch. Erste Auslieferungen des Facelifts begannen bereits Mitte Mai.
Mercedes setzt seine Luxus-Strategie konsequent um. Die Preise für die neue S-Klasse stiegen um bis zu 5,2 Prozent. Besonders Hybrid-Modelle verteuerten sich spürbar. Der Konzern verbaute für die Modellpflege über 2.700 neue Komponenten.
Technologisch rüstet der Autobauer ebenfalls auf. Das neue System „MB.DRIVE ASSIST PRO“ ermöglicht teilautomatisiertes Fahren in der Stadt. Die nötige Hardware verbaut Mercedes bereits serienmäßig. Die Freischaltung erfolgt später über Software-Updates.
Die Aktie reagiert empfindlich auf die politischen Risiken. Das Papier verliert am Mittwoch 1,79 Prozent und notiert bei 50,42 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf über 18 Prozent. Klarheit über die US-Geschäfte wird erst der weitere Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens bringen.
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