In den USA pausierte der Senat am Mittwoch die Beratungen über ein Gesetzesvorhaben, das chinesisch kontrollierte Fahrzeughersteller vom dortigen Markt ausschließen soll. Eine Verabschiedung dürfte nach Informationen der Nachrichtenagentur AP damit bis nach den Novemberwahlen auf sich warten lassen.
Für Mercedes-Benz bedeutet dieser Stillstand im Gesetzgebungsverfahren eine anhaltende Hängepartie, da die künftigen US-Regularien einen zentralen Unsicherheitsfaktor für das dortige Geschäft darstellen.
Hängepartie um Beteiligungsgrenzen in Washington
Der US-Gesetzentwurf sieht Medienberichten zufolge ein striktes Verkaufsverbot für Fahrzeugbauer vor, an denen chinesische Eigner mehr als 15 Prozent der Anteile halten. Bei Mercedes-Benz liegt der passive chinesische Anteil aktuell bei fast 20 Prozent.
Zwar betonte der Mitinitiator des Gesetzes, US-Senator Bernie Moreno, laut Reuters, dass die parlamentarischen Verhandlungen darauf abzielten, Mercedes-Benz explizit nicht vom US-Markt zu verbannen. Dennoch sorgt die Vertagung in Washington dafür, dass die regulatorische Unsicherheit für das Unternehmen vorerst bestehen bleibt.
Für die Stuttgarter wiegt die ungelöste Debatte schwer. Der US-Markt zählt neben Europa und China zu den wichtigsten Absatzregionen des Premiumherstellers, weshalb regulatorische Drohkulissen von den Anlegern mit Argusaugen verfolgt werden.
Quartalstermine und interne Neuordnung
Klarheit über den bisherigen Jahresverlauf erwarten Investoren in der kommenden Woche. Am kommenden Donnerstag hält das Unternehmen von 17:30 bis 18:00 Uhr MESZ seinen Pre-Close-Call mit dem Investor-Relations-Team ab, um die Kennzahlen des dritten Quartals einzuordnen. Die Veröffentlichung des vollständigen Konzern-Zwischenberichts für das Quartal ist für den 28. Oktober terminiert.
Gleichzeitig verhandelt das Management an den heimischen Standorten über strukturelle Anpassungen. Am Dienstag einigten sich Konzernleitung und Betriebsrat auf Neuregelungen für das mobile Arbeiten, die nach Zustimmung der Standortgremien zum 1. Januar 2027 in Kraft treten sollen.
Demnach erhalten Führungskräfte die Option, für Vollzeitbeschäftigte bis zu vier Tage Präsenz pro Woche festzulegen, auch wenn der Betriebsrat einem automatischen Standard von vier Bürotagen widerspricht.
An der Börse spiegeln sich die anhaltenden operativen und politischen Herausforderungen deutlich wider. Im heutigen Handel notiert das Papier bei 39,98 Euro und liegt damit nur 0,5 Prozent über seinem gestern markierten 52-Wochen-Tief von 39,77 Euro.
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