Mercedes-Benz Aktie: Rückkaufpläne unter Druck

Symbolbild, KI-generiert

Niedrigere Pkw-Ziele und ein deutlich geringerer Industrie-Cashflow schränken den finanziellen Spielraum für Aktienrückkäufe ein.

Auf einen Blick:
  • Pkw-Renditeziel für 2026 auf zwei bis drei Prozent gesenkt
  • Industrie-Cashflow soll deutlich unter Vorjahr liegen
  • Drittes Quartal: Cashflow bei 172 Millionen Euro
  • Ebit übertraf die Prognose um 170 Millionen Euro

Mercedes-Benz überrascht den Markt einen Tag vor dem regulären Termin mit einer Prognosesenkung. Die Aktie gab am Dienstag zunächst um vier bis fünf Prozent nach und notierte zuletzt bei rund 39,70 Euro. Besonders heikel: Auch der Cashflow, Grundlage für Aktienrückkäufe, fällt schwächer aus.

Niedrigere Ziele im Pkw-Geschäft

Der Konzern verweist auf ein zunehmend herausforderndes Umfeld in China und auf höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material. Die bereinigte Umsatzrendite im Pkw-Geschäft soll 2026 nur noch 2 bis 3 Prozent erreichen. Bisher waren 3 bis 5 Prozent angepeilt.

Das Konzern-Ebit dürfte nun lediglich das Vorjahresniveau halten, statt deutlich darüber zu liegen. Eigentlich sollte es merklich steigen, weil 2025 hohe Kosten unter anderem für den Stellenabbau angefallen waren. Unverändert bleiben die Ziele für Vans und Finanzdienstleistungen.

Cashflow als wunder Punkt

Für Anleger wiegt die Anpassung beim freien Finanzmittelzufluss des Industriegeschäfts schwer. Er soll nun „deutlich“ unter dem Vorjahreswert landen, bisher war von „leicht“ die Rede. Mercedes will Mittel, die nach der regulären Dividende übrig bleiben, regelmäßig in Aktienrückkäufe stecken. Ein schwächerer Cashflow engt diesen Spielraum ein.

Das dritte Quartal lieferte dafür bereits einen Vorgeschmack. Der Industrie-Cashflow lag bei lediglich 172 Millionen Euro, Experten hatten mit 422 Millionen Euro gerechnet.

Gemischtes Quartalsbild

Beim Ebit schnitt Mercedes besser ab als erwartet: 1,77 Milliarden Euro standen einer Prognose von 1,6 Milliarden gegenüber. Der Vorjahreswert von 750 Millionen Euro war allerdings von Sonderbelastungen für Stellenabbau und Rechtsstreitigkeiten gedrückt.

Die bereinigte Marge im Pkw-Geschäft lag bei 2,5 Prozent, nach 4,8 Prozent vor einem Jahr. Sie übertraf damit knapp die Konsenserwartung von 2,4 Prozent. Die Vans erreichten 9,4 Prozent, etwas weniger als die 10,2 Prozent im Vorjahresquartal.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi hält es für möglich, dass die Markterwartungen an die Ergebnisse wegen der Senkung um rund 10 Prozent sinken. Detaillierte Zahlen, darunter zum Nettogewinn, legt der Konzern am Mittwoch vor. Dann dürfte sich zeigen, wie Mercedes den Spielraum für Rückkäufe beziffert.

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