Vor den Zahlen zum dritten Quartal dreht die kanadische Bank RBC an der Kurszielschraube. Sie senkt das Ziel für Mercedes-Benz von 54 auf 44 Euro. Die Einstufung „Sector Perform“ bleibt bestehen, die Begründung fällt dennoch deutlich aus.
China bleibt der Belastungsfaktor
Analyst Tom Narayan sieht im chinesischen Markt weiterhin das größte Problem des Stuttgarter Autobauers. Die Auslieferungen dort lagen zuletzt auf Jahressicht fast ein Drittel niedriger. Das ist ein tiefer Einschnitt in einem Markt, der für Premiumhersteller lange als Wachstumsmotor galt.
Die Folgen reichen bis in die Profitabilität. Narayan hält es für möglich, dass die Marge im Autogeschäft unter die Zielspanne des Konzerns rutscht. Diese liegt bei 3 bis 5 Prozent.
Einordnung vor dem Quartalsbericht
Die Herabstufung des Kursziels fällt mit gut einem Fünftel kräftig aus. Sie zeigt, wie stark die Erwartungen an das Quartal inzwischen gedämpft sind. Mit „Sector Perform“ bewertet RBC die Aktie allerdings weiterhin neutral und rät weder zum Kauf noch zum Verkauf.
An der Börse reagierte der Markt gelassen. Im Tradegate-Handel notierte die Aktie zeitweise gut 1 Prozent im Plus bei 39,82 Euro. Sie liegt damit rund 10 Prozent unter dem neuen RBC-Ziel von 44 Euro. Ein Teil der schlechten Nachrichten dürfte demnach bereits eingepreist sein.
Der Konzern legt seine Zahlen zum dritten Quartal in Kürze vor. Dann zeigt sich, ob die Autosparte die untere Grenze ihres Margenkorridors von 3 Prozent hält oder reißt. Genau diese Marke hat RBC ins Visier genommen.
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