Mercedes-Benz Aktie: Management fordert 38-Stunden-Woche

Symbolbild, KI-generiert

Mercedes-Benz will die Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich erhöhen, während die IG Metall widerspricht und die Aktie heute 3,6 Prozent verliert.

Auf einen Blick:
  • Management verlangt 38 Wochenstunden
  • Mehrarbeit soll ohne Ausgleich erfolgen
  • IG-Metall-Chefin weist Vorstoß zurück
  • Mercedes-Aktie fällt heute 3,6 Prozent

Das Management von Mercedes-Benz dringt auf deutliche Einschnitte bei den heimischen Personalkosten. Medienberichten zufolge verlangt die Unternehmensführung in laufenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf 38 Stunden. Diese drei zusätzlichen Wochenstunden sollen die Beschäftigten demnach ohne finanziellen Ausgleich leisten.

Offen ist bisher, ob die angestrebte Mehrarbeit befristet oder dauerhaft gelten soll. Ein Sprecher des Autobauers begründete den Vorstoß mit den hiesigen Rahmenbedingungen: Die Arbeitskosten am Standort Deutschland seien im internationalen Vergleich nicht mehr wettbewerbsfähig. Aus dem Verhandlungsumfeld verlautete zudem, dass ohne eine spürbare Senkung der Arbeitskosten weitere Verlagerungen von Kapazitäten ins Ausland drohen.

IG Metall stellt sich gegen Kurs des Vorstands

Auf Seiten der Arbeitnehmervertreter formiert sich gegen die Pläne geschlossener Widerstand. Die Chefin der IG Metall, Christiane Benner, erteilte einer Abkehr von der 35-Stunden-Woche eine strikte Absage. Für die Gewerkschaft gilt die tariflich vereinbarte Arbeitszeit als unantastbar. Die starren Positionen dürften die anstehenden Verhandlungen über die Zukunft der deutschen Werke erheblich erschweren.

Die harte Haltung des Managements verdeutlicht die veränderten Prioritäten des Konzerns. Angesichts hoher Transformationskosten und zunehmenden Preisdrucks sucht die Führung nach Hebeln, um die Fixkostenbasis am Heimatstandort abzusichern. Der Konflikt mit der Belegschaft birgt jedoch das Risiko langwieriger Arbeitskämpfe zu einer Zeit, in der das Marktumfeld ohnehin wenig Spielraum bietet.

Wachsender Kostendruck in der Branche

Der Vorstoß in Stuttgart fügt sich in eine angespannte Gesamtlage der deutschen Automobilindustrie ein. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie gingen im vergangenen Jahr rund 52.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren.

Neben Wettbewerbern wie Volkswagen und BMW reduziert auch Mercedes-Benz Stellen. Parallel dazu schlagen Landespolitiker aus Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen Alarm und fordern politische Gegenmaßnahmen gegen einen drohenden industriellen Substanzverlust.

An der Börse spiegeln sich diese strukturellen Sorgen im Kursverlauf wider. Die Aktie von Mercedes-Benz verlor heute 3,6 Prozent auf 44,27 Euro. Seit dem Jahreswechsel summiert sich der Kursrückgang damit auf 27 Prozent. Einen detaillierten Einblick in die aktuelle Geschäftsentwicklung erhalten Anleger am 28. Oktober, wenn der Konzern die Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorlegt.

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