Mercedes-Benz Aktie: Källenius fordert flexiblere EU-Klimaregeln

Symbolbild, KI-generiert

Die ACEA verlangt flexiblere CO₂-Regeln, während Mercedes sinkende Absatzerwartungen und mögliche Einschnitte an deutschen Werken bewältigt.

Auf einen Blick:
  • ACEA drängt auf EU-Beschluss Anfang 2027
  • CO₂-Ziele sollen über fünf Jahre zählen
  • Management plant Kürzungen an deutschen Standorten
  • Pkw-Absatzprognose sinkt um zwei bis 7,5 Prozent

Europas Automobilindustrie steht unter erheblichem Transformationsdruck, und die Rufe nach politischer Entlastung werden lauter. Am heutigen Freitag forderte Mercedes-Chef Ola Källenius, der auch als Präsident des Branchenverbands ACEA fungiert, eine rasche Verabschiedung des EU-Automobilpakets.

Die Entscheidungsträger in Brüssel sollten dieses Regelwerk möglichst Anfang 2027 beschließen, um den Herstellern dringend benötigte Planungssicherheit zu geben.

Källenius verlangt vor allem flexiblere Klimavorgaben, marktorientierte Anreize und eine Abkehr von starren Strafzahlungen. Konkret schlägt die ACEA vor, die Erfüllung der CO₂-Ziele ab 2028 über einen Fünfjahresdurchschnitt zu berechnen, anstatt kurzfristige Verfehlungen sofort finanziell zu sanktionieren.

Zudem pocht der Verband auf gezielte Erleichterungen für Elektroautos und Transporter, die innerhalb der Europäischen Union produziert werden, sowie auf einen realistischeren Zeitplan für den geplanten Industrial Accelerator Act. Zu den regulatorischen Herausforderungen kommt internationale Unsicherheit hinzu, nachdem Donald Trump Zollerhöhungen auf europäische Fahrzeuge ankündigte.

Sparprogramme und Debatten an deutschen Standorten

Parallel zu den politischen Vorstößen versucht Mercedes-Benz, die eigenen Kostenstrukturen anzupassen. Die Unternehmensführung verhandelt mit den Arbeitnehmervertretern über Maßnahmen zur Senkung der Stundenkosten und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Wie der stellvertretende Gesamtbetriebsratschef Michael Häberle erklärte, plant das Management weitere Produktionskürzungen an allen deutschen Standorten.

Gegenstand der internen Beratungen ist unter anderem die Einführung einer 38-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Darüber hinaus stehen Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Abstriche bei den jährlichen Gewinnbeteiligungen im Raum. Die Pläne zielen darauf ab, die Kostenbasis nachhaltig zu drücken, während die Fabrikauslastung infolge schwächelnder Absätze sinkt.

Belastungen durch den chinesischen Markt

Hinter den Sparanstrengungen steht eine spürbare operative Abkühlung, insbesondere im weltweiten Pkw-Geschäft. Mercedes-Benz senkte die Erwartungen und stellt für das laufende Jahr einen Pkw-Absatzrückgang zwischen 2 und 7,5 Prozent in Aussicht, nachdem zuvor mit einem Niveau auf Vorjahreshöhe gerechnet worden war.

Vor allem in China verliert der Autobauer an Boden: Im zweiten Quartal brachen die Pkw-Verkäufe dort um 30 Prozent ein. Weltweit lieferte der Konzern im selben Zeitraum 512.000 Pkw und Vans aus, was einem Minus von 6 Prozent im Jahresvergleich entspricht.

An der Börse notiert die Aktie von Mercedes-Benz heute bei 40,90 Euro, was einem Tagesplus von 2,2 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang steht das Papier allerdings mit einem Verlust von 32 Prozent tief im Minus.

Die Marktkapitalisierung des DAX-Konzerns beläuft sich auf 37,82 Milliarden Euro. Ob die geforderten politischen Erleichterungen die erhoffte Wende bringen können, bleibt für den Stuttgarter Konzern eine der zentralen Fragen der kommenden Monate.

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