Mercedes-Benz bringt seinen elektrischen Sprinter jetzt auch in Brasilien auf die Straße. Die Aktie zeigt davon wenig beeindruckt: Das Papier steckt tief in der Verlustzone. Ein neues Fahrzeug trifft auf ein schwieriges Marktumfeld.
Elektro-Transporter für den brasilianischen Markt
Mercedes-Benz startet den eSprinter 420 „Furgão Vidrado“ in Südamerika. Das Fahrzeug transportiert bis zu 16 Passagiere. Eine 81-kWh-Batterie liefert laut WLTP-Norm eine Reichweite von bis zu 329 Kilometern.
Für gewerbliche Kunden zählt vor allem die Nutzlast: 1.425 Kilogramm. An Bord sitzt zudem das MBUX-Infotainmentsystem mit einem 10,25-Zoll-Display. Mercedes-Benz treibt damit die Elektrifizierung seiner Nutzfahrzeugflotte weiter voran.
Aktienkurs bleibt unter Druck
Die Mercedes-Benz-Aktie schloss zuletzt bei 44,26 Euro. Allein in den vergangenen 30 Tagen verlor das Papier 10,32 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 28,22 Prozent zu Buche.
Zum 52-Wochen-Hoch von 62,30 Euro aus dem Dezember 2025 fehlen der Aktie fast 29 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 42,64 Euro trennen sie dagegen nur 3,79 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei 41,94 Milliarden Euro – Mercedes-Benz bleibt damit ein DAX-Schwergewicht.
Der RSI notiert bei 40,5 Punkten. Das deutet auf eine neutrale bis angeschlagene Verfassung hin. Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 29,46 Prozent, der Kurs handelt zudem fast 19 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Branchenumfeld zeigt sich gespalten
Im Lkw-Segment läuft es besser. Die Volkswagen-Tochter Traton legte vorläufige Quartalszahlen vor, die über den Erwartungen lagen. Im klassischen Pkw-Geschäft bleiben Analysten dagegen vorsichtig.
Im Fokus stehen derzeit vor allem Profitabilität und Cashflow der Autobauer. Mercedes-Benz kämpft hier wie die gesamte Branche mit Gegenwind aus schwächerer Nachfrage und hohem Wettbewerbsdruck.
Der Vorstoß nach Brasilien passt in diese Strategie. Mercedes-Benz baut parallel seine Fertigungskapazitäten für Elektrofahrzeuge in Europa aus. Ob solche Schritte die Marge stützen, zeigt sich erst in den kommenden Halbjahreszahlen der großen Autobauer. Dort dürfte sich entscheiden, ob die Elektro-Offensive bei Pkw und Transportern operative Spuren hinterlässt.
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