Mercedes-Benz steht unter Druck — von mehreren Seiten gleichzeitig. Das Werk im südafrikanischen East London könnte schließen. Und das kommt zur Unzeit: Der Konzern kämpft ohnehin mit schwachen Margen und einem Kurssturz, der seinesgleichen sucht.
Südafrika: 30.000 Einheiten auf der Kippe
Das Werk in East London produziert seit 2021 die aktuelle C-Klasse. Es hängt stark am Exportgeschäft. Veränderte Handelsbedingungen und wachsender Wettbewerb haben Spekulationen über eine Schließung ausgelöst.
Käme es dazu, müssten rund 30.000 Fahrzeuge jährlich auf andere Standorte verteilt werden. Arbeitnehmervertreter fürchten die Folgen: Mehr Produktionsdruck in anderen Werken, längere Arbeitszeiten, schlechtere Bedingungen.
Kostendruck auch in Deutschland
Das ist kein isoliertes Problem. Mercedes kämpft konzernweit mit den Kosten. Im ersten Quartal 2026 sank das EBIT auf 1,9 Milliarden Euro — ein Rückgang von fast 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die bereinigte Umsatzrendite in der Pkw-Sparte lag bei nur 4,1 Prozent.
In Deutschland reagiert der Konzern mit einer Produktivitätsoffensive. Eine tarifliche Sonderzahlung verschiebt Mercedes von Juli 2026 auf 2027. Außerdem laufen Gespräche über Arbeitszeiterhöhungen ohne Lohnausgleich.
Der Absatz in China brach im ersten Quartal deutlich ein. In Europa und den USA legte er zwar zu — aber das reicht nicht, um den Rückgang zu kompensieren.
Aktie nahe am Jahrestief
Die Aktie spiegelt die Lage. Sie kostet aktuell 43,24 Euro — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 42,64 Euro, das erst gestern markiert wurde. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 30 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 29,7, was technisch auf eine überverkaufte Zone hindeutet.
Wie schnell sich das ändert, hängt davon ab, ob Mercedes klare Antworten auf die offenen Standortfragen liefert — und ob die Kostenprogramme früh genug greifen, um die Margen zu stabilisieren.
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