Mercedes-Benz Aktie: Drohnenabwehr als Wachstumsfeld

Mercedes-Benz plant mit Tytan Technologies den Einstieg in die Drohnenabwehr. Die G-Klasse und der Sprinter dienen als Basis für neue Verteidigungssysteme.

Auf einen Blick:
  • Absichtserklärung mit Tytan Technologies
  • G-Klasse als Drohnenabwehr-Plattform
  • Sprinter als mobiler Drohnenträger
  • Källenius betont wirtschaftliche Vernunft

Mercedes-Benz greift nach einem neuen Markt. Am Rande der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin unterzeichnete der Stuttgarter Autobauer eine Absichtserklärung mit dem Drohnen-Start-up Tytan Technologies — der bislang konkreteste Schritt in Richtung Verteidigungsgeschäft.

Vom Militär-Lieferwagen zum Drohnenabwehr-System

Im Zentrum der geplanten Kooperation steht das System „Drone Defender“. Die G-Klasse soll dabei als Plattform für ein fahrzeugbasiertes Drohnenabwehr- und Einsatzsystem dienen, der Sprinter als Basis für einen mobilen Drohnenträger. Kein völliger Neustart: Mercedes-Benz baut seit über 45 Jahren modifizierte Fahrzeuge für Sicherheits- und Verteidigungszwecke. Die Bundeswehr setzt die G-Klasse unter dem Namen „Wolf“ bereits in mehr als 50 Varianten ein — vom Sanitätsfahrzeug bis hin zu Konfigurationen für Spezialkräfte.

Trotzdem bleibt das Segment bisher marginal. Produktionsvorstand Michael Schiebe bezifferte den Anteil von Sicherheits- und Verteidigungsfahrzeugen am Gesamtabsatz auf unter ein Prozent. Genau darin liegt allerdings auch die Fantasie: Wächst Europa seinen Verteidigungshaushalt weiter aus, könnte selbst ein kleiner Marktanteil rasch eine bedeutende Größe annehmen.

Källenius setzt auf den richtigen Moment

CEO Ola Källenius hat die Richtung klar kommuniziert. Europa müsse sein Verteidigungsprofil stärken, sagte er — und Mercedes-Benz sei bereit, dabei eine Rolle zu spielen. Den Vorbehalt formulierte er ebenso deutlich: Das Engagement müsse wirtschaftlich sinnvoll sein. Das klingt weniger nach Euphorie als nach kalkulierter Opportunität.

Angaben zu Investitionsvolumen oder einem konkreten Zeitplan für die Zusammenarbeit mit Tytan Technologies machte das Unternehmen bislang nicht. Die Absichtserklärung ist damit genau das, was sie ist: ein Signal, kein Vertrag. Ob und wann daraus ein belastbarer Umsatzbeitrag wird, hängt von Auftragsvergaben ab, die letztlich Behörden und Streitkräfte entscheiden.

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