Mercedes-Benz-Aktie: China frisst die Marge auf!

Mercedes-Benz übertrifft EBIT-Erwartungen, senkt aber Jahresprognose. Der Druck durch chinesische Konkurrenz und hohe Kosten bleibt hoch.

Auf einen Blick:
  • Q2-EBIT steigt um 22 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro, leicht über Analystenschätzungen
  • Jahresprognose gesenkt: Absatz und Umsatz nun leicht unter Vorjahresniveau
  • China-Druck und Tarifkosten belasten das Kerngeschäft mit Autos
  • Adjusted Return on Sales im Autobereich fiel von 5,1 auf 4,0 Prozent

Es ist ein Ergebnis, das auf den ersten Blick ordentlich aussieht und auf den zweiten zeigt, wo der Haken sitzt. Mercedes-Benz hat am Dienstag seine Quartalszahlen vorgelegt, und ja, das operative Ergebnis ist um gut 22 Prozent gestiegen. Aber gleichzeitig hat der Konzern die Jahresziele nach unten gezogen. Absatz leicht unter Vorjahr, Umsatz leicht unter Vorjahr. Vorher hieß es noch: Stagnation auf Vorjahresniveau. Das ist ein Unterschied, auch wenn er klein erscheinen mag.

Kostenschnitt rettet das Quartal

Das EBIT im zweiten Quartal kam auf 1,55 Milliarden Euro, nach 1,27 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Die Analysten bei FactSet hatten 1,51 Milliarden erwartet, also lag Mercedes knapp darüber. Der Umsatz fiel allerdings um 3,3 Prozent auf 32,06 Milliarden Euro. Was das Ergebnis stützte, war nicht mehr Nachfrage, sondern weniger Ausgaben. Verwaltung, Forschung und Entwicklung, alles runtergefahren. Seit 2019 hat Mercedes die Fixkosten bereits um 25 Prozent gesenkt, und seit Juni laufen nun intensivierte Produktivitätsmaßnahmen, mit besonderem Fokus auf die deutschen Standorte. Zudem spülte der geplante Verkauf der Leasingtochter Athlon einen Buchgewinn von 131 Millionen Euro in die Kasse.

China, das alte Problem

Die adjusted Return on Sales im Autobereich fiel von 5,1 auf 4,0 Prozent. Das ist die Kennzahl, die zeigt, wie es dem Kerngeschäft wirklich geht, und die Richtung stimmt nicht. Mercedes kämpft mit denselben Problemen wie Volkswagen und BMW: chinesische Konkurrenz, die immer aggressiver wird, steigende Zollkosten und Druck auf die deutschen Werke. CEO Ola Kallenius versprach weitere Kostensenkungen in der zweiten Jahreshälfte.

Ein Lichtblick, immerhin

Finanzdienstleistungen und das Vans-Geschäft liefen gut und stützten das Konzernergebnis. Außerdem will Mercedes nun mehr Elektroautos verkaufen als ursprünglich geplant, was die einzige Stelle ist, wo die Prognose nach oben korrigiert wurde. Die Marge-Guidance von 3 bis 5 Prozent für das Autogeschäft steht noch. Ob sie am Jahresende noch steht, hängt davon ab, wie schnell China aufhört, ein Problem zu sein. Und danach sieht es gerade nicht aus.

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