Ein zwei Jahre alter Umbauplan nimmt konkrete Form an: Die EU-Kommission hat den Verkauf von sieben Mercedes-Benz-Niederlassungen in Berlin und Brandenburg an die britische Global Auto Holdings (GAHL) genehmigt. Wettbewerbsrechtliche Bedenken sahen die Brüsseler Wettbewerbshüter nicht.
Konkret geht es um fünf Autohäuser in Berlin und zwei in Brandenburg, in denen nach Unternehmensangaben mehr als 1.100 Menschen arbeiten. Der Stuttgarter Konzern will die Transaktion noch in diesem Jahr abschließen. GAHL ist für Mercedes-Benz kein unbekannter Partner — die Briten betreiben bereits seit Jahren Niederlassungen der Marke in Großbritannien und den USA.
Teil einer größeren Strategie
Der Schritt ist kein Einzelfall, sondern Baustein einer Strategie, die Mercedes bereits 2024 angekündigt hatte. Damals waren nach Unternehmensangaben rund 8.000 Beschäftigte in etwa 80 Betrieben deutschlandweit von möglichen Verkäufen betroffen. Nach Protesten der Belegschaft einigte sich der Konzern im Sommer 2024 mit dem Gesamtbetriebsrat auf Eckpunkte für solche Betriebsübergänge.
Der Hintergrund: Mercedes-Benz will sich aus dem direkten Betrieb von Autohäusern zurückziehen und sich stärker auf Produktion und Vertriebsstrategie konzentrieren. Externe Betreiber wie GAHL übernehmen dann das operative Geschäft vor Ort — ein Modell, das der Konzern im Ausland schon länger nutzt.
An der Börse blieb die Reaktion überschaubar. Die Aktie notierte im Xetra-Handel zeitweise leicht schwächer bei 47,01 Euro. Angesichts der langen Vorlaufzeit der Verkaufspläne dürfte die EU-Freigabe für die meisten Marktteilnehmer keine Überraschung gewesen sein.
Mit dem Brüsseler Segen ist der wettbewerbsrechtliche Weg für die Transaktion frei. Bis zum geplanten Abschluss Ende des Jahres bleibt abzuwarten, wie viele weitere der ursprünglich rund 80 betroffenen Betriebe in den kommenden Monaten neue Betreiber finden.
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