Deutschlands Wirtschaft wird digitaler – und die Autoindustrie rutscht dabei auf einen Platz, den sie lange nicht gewohnt war. Eine neue Untersuchung stellt die Gewichte zwischen klassischer Industrie und Digitalwirtschaft neu auf, mit spürbaren Folgen für das Selbstverständnis der Leitbranche, zu der auch Mercedes-Benz zählt.
Digitalwirtschaft mit doppeltem Gewicht
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft und das Mannheimer Forschungsinstitut ISTARI.AI kommen zu einem klaren Befund: Die Digitalwirtschaft erwirtschaftet hierzulande jährlich 481,5 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. Das entspricht knapp zwölf Prozent der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung.
Der Automobilbau kommt laut Statistischem Bundesamt dagegen nur auf einen Anteil von rund 4,5 bis 5 Prozent – die Digitalwirtschaft wiegt damit mehr als doppelt so schwer.
Bezieht man Unternehmen ein, die sich aus klassischen Branchen heraus bereits digital transformiert haben, wächst die Summe sogar auf über eine Billion Euro. Das entspricht mehr als einem Viertel der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung.
Breite Basis statt Tech-Riesen
Für die Studie wurden rund 1,4 Millionen Unternehmen anhand ihrer tatsächlichen Geschäftstätigkeit eingeordnet, nicht anhand veralteter Branchencodes. Das Ergebnis widerlegt ein gängiges Klischee: Rund 95 Prozent der erfassten Digitalfirmen sind kleine und mittlere Unternehmen, kein Feld dominierender US-Konzerne. Insgesamt sichert der Sektor rund neun Millionen Arbeitsplätze, unter Einbezug transformierter Branchen sogar mehr als 15 Millionen.
BVDW-Präsident Dirk Freytag leitet daraus eine politische Forderung ab: Digitalpolitik müsse endlich als Wirtschaftspolitik verstanden werden. Bessere Rahmenbedingungen für Datennutzung, Skalierung und Investitionen seien nötig, um das volle Potenzial des Sektors zu heben.
Für die Automobilindustrie ist das ein Signal, das über einzelne Quartalszahlen hinausreicht. Wenn die politische Aufmerksamkeit sich zunehmend auf digitale Wertschöpfung verschiebt, verändert das langfristig auch die Standortdebatte, in der sich Mercedes-Benz und die übrige Autobranche behaupten müssen.
Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercedes-Benz-Analyse vom 16. September liefert die Antwort:
Die neusten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
