Mit einer spektakulären Weltpremiere versucht Mercedes-Benz den Blick wieder nach vorn zu richten. Am Samstag stellte der Autobauer beim „140 Festival“ in Stuttgart den vollelektrischen Mercedes-AMG GT SUV erstmals der Öffentlichkeit vor.
Rund 15.000 Gäste verfolgten die Präsentation des neuen Modells auf der Jubiläumsveranstaltung. Das sportliche Spitzenfahrzeug soll demonstrieren, wie der Konzern die Transformation zur Elektromobilität im margenstarken Luxus- und Performance-Segment vorantreiben will.
Kürzere Entwicklungszyklen durch KI-Offensive
Flankiert wurde das Premierenwochenende von Ankündigungen zur Optimierung der internen Abläufe. Mercedes-Benz gab am Freitag die Einführung eines konzernweiten, KI-gestützten Systems für das Product-Lifecycle-Management bekannt. Die gemeinsam mit Siemens und Contact Software umgesetzte Plattform soll die Entwicklungszeit neuer Fahrzeuge um rund 17 Monate verkürzen.
In einzelnen Engineering-Prozessen verspricht das Unternehmen dadurch Effizienzsteigerungen von bis zu 50 Prozent. Angesichts des hohen Kostendrucks und der schnellen Innovationszyklen im Automobilbau gilt die Beschleunigung digitaler Entwicklungsphasen als zentraler Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit der Stuttgarter.
Skepsis vor den anstehenden Quartalszahlen
An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen derweil deutlich wider. Die Aktie von Mercedes-Benz notiert bei 40,70 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 33 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 38,90 Euro trennt das Papier derzeit nur ein verhältnismäßig geringer Abstand von 4,6 Prozent.
Zuletzt hatten Analysten ihre Erwartungen für den DAX-Konzern gedämpft. Tom Narayan von der RBC senkte das Kursziel am 13. Oktober von 54 auf 44 Euro bei einer unveränderten Einstufung auf „Sector Perform“. Der Experte verwies vor allem auf die anhaltenden Belastungen im chinesischen Markt sowie auf Risiken für die operative Automobilmarge.
Tags zuvor hatte bereits Philippe Houchois vom Analysehaus Jefferies das Kursziel von 52 auf 46 Euro zurückgenommen, wenn auch an der Einstufung „Buy“ festgehalten. Begründet wurde dieser Schritt mit fragilen Erwartungen an das Gesamtjahr im Vorfeld der anstehenden Berichtsperiode der europäischen Automobilhersteller.
Gewissheit über den tatsächlichen Geschäftsverlauf erhalten die Anleger in Kürze: Mercedes-Benz plant die Vorlage des Zwischenberichts für das dritte Quartal für den 28. Oktober.
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