Der Stuttgarter Automobilkonzern verschärft seinen Sparkurs in der Verwaltung. Mercedes-Benz legt sein freiwilliges Abfindungsprogramm für Beschäftigte in den indirekten Bereichen voraussichtlich ab Dezember neu auf.
Erstmals sollen dabei auch leitende Führungskräfte ein entsprechendes Angebot erhalten, während die eigentliche Fahrzeugproduktion von dieser Maßnahme ausgenommen bleibt. Eine konkrete Zielgröße für den geplanten Stellenabbau nannte das Unternehmen nicht.
Kostendruck trifft die Verwaltung
Der Schritt verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der das Management die Fixkostenstrukturen anpassen will. Bereits zuvor hatte Produktionsvorstand Michael Schiebe laut Reuters vor der Schließung zweier deutscher Werke gewarnt, sollten die Kosten nicht sinken – eine Position, der der Betriebsrat widersprach. Das nun erweiterte Abfindungsprogramm setzt gezielt jenseits der Werkshallen an.
Indem auch höhere Führungsebenen einbezogen werden, versucht der Konzern, Personalkosten sozialverträglich zu senken, ohne direkt in die Kernfertigung einzugreifen.
An der Börse spiegeln sich die anhaltenden Herausforderungen in einer schwachen Kursentwicklung wider. Die Aktie von Mercedes-Benz ging am Freitag bei 39,90 Euro aus dem Handel und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 34 Prozent.
Modellpremieren und Technologiekooperationen
Parallel zu den Sparbemühungen forciert der Autobauer die Erneuerung seiner Modellpalette und Zukunftstechnologien. Für den Pariser Autosalon vom 12. bis 18. Oktober hat Mercedes-Benz mehrere Premieren angekündigt, darunter den neuen GLA, den GLE, eine neue S-Klasse sowie das vollelektrische Konzept VLE. Hinzu kommen sportliche Modelle wie der Mercedes-AMG CLA 45 und das Mercedes-AMG GT 4-Türer-Coupé. Auf der Messe will der Hersteller unter Beweis stellen, dass trotz des Spardrucks die Innovationspipeline gefüllt bleibt.
Zugleich sicherte sich das Unternehmen im Bereich der Batterietechnologie strategische Vorteile. Die Mercedes-Benz AG vereinbarte mit der ProLogium Holding Inc. gemeinsame Prüfungen und erhielt vorrangigen Zugang zu deren Festkörperbatteriezellen der vierten Generation. Die Zellen sollen auf ihre elektrische und thermische Leistungsfähigkeit sowie auf Sicherheitsaspekte getestet werden.
Klarheit über den finanziellen Verlauf des bisherigen Geschäftsjahres erhalten Anleger noch in diesem Monat: Für den 28. Oktober plant der Konzern die Veröffentlichung seines Zwischenberichts für das dritte Quartal 2026 samt Analystenkonferenz.
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