Der Stuttgarter Automobilhersteller dreht an einer der härtesten Schrauben überhaupt: der Arbeitszeit. Mercedes-Benz will von der 35- auf die 40-Stunden-Woche — ohne Lohnausgleich. Das ist kein kosmetischer Einschnitt, sondern ein offener Konflikt mit der Belegschaft.
Sparpaket trifft 90.000 Beschäftigte
Der Vorstand schrieb am Freitag an rund 108.000 Mitarbeiter in Deutschland. Die Lage am Heimatstandort sei „dramatisch“ — so steht es im Brief. Als erste Maßnahme verschiebt das Unternehmen den sogenannten Transformationsbaustein: eine Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsgehalts. Statt im Juli 2026 fließt das Geld erst 2027. Betroffen sind etwa 90.000 Beschäftigte.
Die Forderung nach der 40-Stunden-Woche geht noch weiter. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller will damit die Arbeitskosten senken. Der Betriebsrat lehnte die Pläne umgehend ab und kündigte Widerstand an.
Zahlen unter Druck
Der Schritt kommt nicht aus dem Nichts. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf rund 31,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis schrumpfte um 17,2 Prozent. Bereits 2025 hatte sich der Konzerngewinn auf 5,3 Milliarden Euro nahezu halbiert.
Erschwerend kommt der Druck von außen. Eine Gewinnwarnung des Konkurrenten BMW belastete zuletzt den gesamten europäischen Automobilsektor. Der Preiskampf in China hält an. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bleibt hinter den Erwartungen zurück. Für Premiumhersteller ist das eine toxische Kombination.
Die Pkw-Marge rutschte im ersten Quartal auf 4,1 Prozent. Bernstein Research bestätigte zwar das Kursziel von 61,00 Euro — stuft den Titel aber nur mit „Market-Perform“ ein. Für eine Neubewertung fordert das Haus zunächst belastbare Fortschritte bei der operativen Marge.
Aktie markiert 52-Wochen-Tief
Die Börse reagierte klar. Am Freitag schloss die Aktie mit einem Minus von 3,23 Prozent bei 43,27 Euro. Im Tagesverlauf fiel das Papier auf 43,01 Euro — ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust auf knapp 30 Prozent.
Technisch ist die Lage angespannt. Der RSI liegt bei 29,2 und signalisiert einen überverkauften Markt. Klare Bodenbildungssignale fehlen bislang. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 55,05 Euro liegt mehr als 21 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Am 28. Juli 2026 legt Mercedes-Benz die Zahlen für das zweite Quartal vor. Bis dahin dürfte der Streit um Arbeitszeit und Kosten die Schlagzeilen bestimmen — und den Druck auf das Management weiter erhöhen.
Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercedes-Benz-Analyse vom 27. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
