Mercedes-Benz Aktie: 4,0 Prozent Rendite über Erwartung

Mercedes-Benz übertrifft trotz China-Einbruch die Renditeerwartungen im Pkw-Geschäft. Vans und Finanzsparte stützen, Aktienrückkauf läuft weiter.

Auf einen Blick:
  • Pkw-Rendite übertrifft Analystenprognosen
  • China-Absatz bricht um 30 Prozent ein
  • Vans-Sparte erreicht 10,2 Prozent Rendite
  • Neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt

Mercedes-Benz stemmt sich mit Sparsamkeit gegen den Abwärtstrend in Fernost. Während der Absatz in China massiv einbricht, greifen die Effizienzprogramme in Stuttgart überraschend gut. Die Profitabilität liegt trotz der Krise über den bisherigen Erwartungen des Marktes.

Zerreißprobe im Autogeschäft

Der Konzernumsatz sank im zweiten Quartal um drei Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. In China brachen die Auslieferungen sogar um 30 Prozent ein. Dieser Rückgang belastete das operative Ergebnis der Pkw-Sparte spürbar.

Dennoch lieferte das Kernsegment einen Lichtblick. Bereinigt um Sondereffekte erreichte die Umsatzrendite im Pkw-Bereich 4,0 Prozent. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 3,5 Prozent gerechnet. Das Kostensenkungsprogramm „Next Level Performance“ half dabei, das Bruttoergebnis stabil zu halten.

Vans und Finanzdienstleistungen stützen

Abseits der Luxuslimousinen läuft das Geschäft deutlich runder. Die Transporter-Sparte erzielte eine bereinigte Umsatzrendite von 10,2 Prozent. Damit rangiert Mercedes-Benz Vans am oberen Ende der eigenen Prognose.

Parallel dazu glänzte der Bereich der Finanzdienstleistungen. Die bereinigte Eigenkapitalrendite stieg hier auf 15,3 Prozent. In der Folge hob der Vorstand das Jahresziel für dieses Segment an. Statt bisher maximal 12 Prozent peilt der Konzern nun bis zu 14 Prozent an.

Milliarden für die Aktionäre

Anleger profitieren weiterhin von einer aktiven Kapitalpolitik. Mercedes-Benz hat das laufende Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Euro abgeschlossen. Bis zur Hauptversammlung 2027 will der Konzern nun weitere eigene Anteile für bis zu eine Milliarde Euro zurückkaufen.

Zusätzliche Liquidität generierte der Konzern im Juli durch den Verkauf von Anteilen an Daimler Truck. Dieser Schritt spülte rund 0,6 Milliarden Euro in die Kassen. Der verbleibende Anteil am Lkw-Bauer liegt nun bei knapp 35 Prozent.

Die DZ Bank bleibt nach den Zahlen bei ihrer Kaufempfehlung. Allerdings senkten die Experten das Kursziel von 60 auf 55 Euro. Grund dafür ist die Erwartung, dass der Pkw-Absatz im Gesamtjahr leicht unter dem Vorjahresniveau bleiben wird. Hält die Unterstützung am 50-Tage-Schnitt bei 46,68 Euro, könnte sich die jüngste Kurserholung fortsetzen.

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