Mercedes-Benz Aktie: 30 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Trotz neuem Jahrestief bei Mercedes-Benz sieht Jefferies Erholungspotenzial und rät zum Kauf. Der Sparkurs des Managements soll die Wende bringen.

Auf einen Blick:
  • Jefferies stuft Aktie auf Kauf hoch
  • Neues 52-Wochen-Tief bei 42,64 Euro
  • Management setzt auf strikten Sparkurs
  • RSI zeigt stark überverkauftes Niveau

Starke operative Probleme, schwache Kurse – bei Mercedes-Benz klaffen Analystenmeinung und Marktrealität auseinander. Während die Aktie am Montag auf ein neues 52-Wochen-Tief rutschte, rät eine US-Investmentbank überraschend zum Kauf. Das Management verspricht Besserung durch einen harten Sparkurs.

Jefferies sieht Kaufchance

Das Analysehaus Jefferies hat das Papier von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Analyst Philippe Houchois senkte das Kursziel zwar von 60 auf 52 Euro. Er sieht aber weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial. Die Begründung lieferte eine jüngste Investorenkonferenz. Dort zeigte sich der Vorstand zuversichtlich, die Jahresziele für 2026 zu erreichen. Mercedes-Benz will die operative Stabilität über strikte Kostendisziplin sichern.

Die Realität an der Börse sieht düsterer aus. Die Aktie markierte am 29. Juni 2026 bei 42,64 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Aktuell pendelt der Kurs um 43,43 Euro.

Seit Jahresbeginn hat der Autobauer fast 30 Prozent an Wert verloren. Kein Wunder. Die operativen Zahlen enttäuschen seit Monaten. Nach einer Gewinn-Halbierung im Jahr 2025 brach das operative Ergebnis auch im ersten Quartal 2026 drastisch ein.

Harter Sparkurs in der Umsetzung

Um die Profitabilität zu retten, greift das Management nun durch. Der Konzern plant folgende Einschnitte:

  • Die 35-Stunden-Woche in der Produktion soll weichen, um flexibler zu fertigen.
  • Das Management verschiebt einen geplanten Sonderbonus für die Belegschaft auf das Jahr 2027.
  • Am US-Forschungsstandort Long Beach streicht Mercedes-Benz zum 6. Juli 2026 genau 72 Stellen.

Derweil bleibt das Chartbild stark angeschlagen. Die Aktie notiert massiv unter ihrem langfristigen Trend. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von rund 55 Euro beträgt über 20 Prozent.

Ein technischer Lichtblick existiert dennoch. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 30,3 einen stark überverkauften Zustand. Hält die Unterstützung im Bereich des neuen Jahrestiefs, bietet dieses Niveau eine charttechnische Basis für die von Jefferies erwartete Erholung.

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