BMW kappt die Prognose, und in Stuttgart rutschen die Kurse. Die Gewinnwarnung des Münchner Konkurrenten sendet Schockwellen durch den gesamten europäischen Autosektor. Investoren ziehen direkte Parallelen zu Mercedes-Benz. Kein Wunder. Die Probleme in China treffen alle Premiumhersteller gleichermaßen.
BMW-Warnung zieht Sektor nach unten
BMW revidierte am Dienstag die Ziele für das laufende Geschäftsjahr drastisch. Der Vorstand rechnet in der Autosparte nur noch mit einer operativen Marge von ein bis drei Prozent. Zuvor standen vier bis sechs Prozent im Plan. Auch die Auslieferungen sinken. Als Hauptgrund nennt das Management den schwachen chinesischen Markt. Besonders nicht elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen sich dort schleppend.
Die Hiobsbotschaft riss die Papiere von Mercedes-Benz am Mittwoch zeitweise massiv in die Tiefe. Aktuell notiert die Aktie bei 46,81 Euro und verliert damit 1,65 Prozent zum Vortag. Der Absturz trifft das Papier in einer hochsensiblen Phase.
Mit dem aktuellen Kurs kratzt der Autobauer gefährlich nah am 52-Wochen-Tief von 46,30 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertverlust auf rund 24 Prozent. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei 55,30 Euro verdeutlicht den intakten Abwärtstrend.
Eigener Margendruck in Stuttgart
Der Vergleich mit München schmerzt, weil Mercedes-Benz selbst nicht aus einer Position der Stärke agiert. Bereits im ersten Quartal spürte der Konzern heftigen Gegenwind. Die bereinigte Umsatzrendite der Pkw-Sparte brach auf 4,1 Prozent ein. Im Vorjahr glänzte das Unternehmen hier noch mit 7,3 Prozent.
Negative Währungseffekte und höhere Zölle belasten das operative Geschäft spürbar. Hinzu kommt ein rückläufiges Komponentengeschäft in China. Dennoch bestätigte das Management im Frühjahr die Jahresprognose. Die Stuttgarter peilen für die Autosparte weiterhin eine Marge zwischen drei und fünf Prozent an.
China als Stresstest
Die Analysten von RBC werten die Schwäche in Asien als gesamtwirtschaftliches Problem. Das bedroht das europäische Premiumsegment flächendeckend. Für Mercedes-Benz wächst nun der Druck, die eigenen Ziele gegen den Branchentrend zu verteidigen.
Bis zur Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen müssen Anleger mit anhaltender Nervosität rechnen. Rutscht der Kurs nachhaltig unter die Marke von 46,30 Euro, droht charttechnisch ein weiterer Ausverkauf. Die Entwicklung der Absatzzahlen im chinesischen Markt gibt den Takt für die kommenden Wochen vor.
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