Mercedes-Benz Aktie: 144.000 Fahrzeuge zurückgerufen

Ein Softwarefehler in 61 Mercedes-Modellen führt zum Rückruf in den USA. Die Aktie des Autobauers steht ohnehin unter Druck.

Auf einen Blick:
  • Rückruf von 144.000 Fahrzeugen in den USA
  • Instrumententafel fällt während der Fahrt aus
  • 61 verschiedene Modellvarianten betroffen
  • Kostenloses Update als Abhilfe geplant

Rund 144.000 Mercedes-Fahrzeuge müssen in den USA zurückgerufen werden. Grund ist ein Softwarefehler, der während der Fahrt die digitale Instrumententafel abschalten kann. 61 verschiedene Modellvarianten der Baujahre 2024 bis 2026 sind betroffen. Darunter die Baureihen AMG GT, C-Klasse, E-Klasse, SL, CLE und GLC sowie der Mercedes-Maybach SL 680.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat den Defekt als sicherheitsrelevant eingestuft. Wenn die Instrumententafel ausfällt, verlieren Fahrer unter anderem die Geschwindigkeitsanzeige und Warnleuchten. Die Händler spielen als Abhilfe ein kostenloses Software-Update auf. Die Benachrichtigung der Halter soll bis zum 26. Juni erfolgen. Unfälle oder Verletzungen durch den Fehler wurden bislang nicht gemeldet.

Belastung für den Aktienkurs

Für Mercedes-Benz kommt der Rückruf zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie ohnehin schwächelt. Der Kurs notiert bei 52,07 Euro, rund 16 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 15,5 Prozent zu Buche. Der Vorfall belastet das Markenimage im wichtigen US-Markt, selbst wenn die direkten Kosten für das Update überschaubar bleiben dürften.

Der Fall unterstreicht eine wachsende Herausforderung der Autobranche: Die zunehmende Softwarekomplexität moderner Fahrzeuge schafft neue Fehlerquellen. Mercedes investiert massiv in das eigene Betriebssystem MB.OS, das Over-the-Air-Updates ermöglichen soll. Solche Rückrufe zeigen die Kehrseite dieser Entwicklung.

Ein Reputationsschaden ist bislang ausgeblieben. Die schnelle Abwicklung und die Tatsache, dass keine Unfälle bekannt sind, sprechen für eine begrenzte negative Wirkung auf die Aktie. Der Fall zeigt mittel- bis langfristig: Softwarequalität wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

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