Während MercadoLibre mit Margendruck kämpft, setzt ein Top-Manager ein Zeichen: Der Chief Accounting Officer kauft Aktien des lateinamerikanischen E-Commerce-Riesen. Gleichzeitig senkt JPMorgan das Kursziel – und verweist auf ein bewusst gewähltes Dilemma des Konzerns.
Am 2. März 2026 erwarb Marcelo Melamud, Senior Vice President und Chief Accounting Officer von MercadoLibre, 57 Aktien des Unternehmens. Solche Insider-Käufe auf Führungsebene gelten unter Marktteilnehmern oft als Signal für Vertrauen in die mittelfristige Entwicklung.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Am selben Tag reduzierte JPMorgan das Kursziel für die MercadoLibre-Aktie von 2.800 auf 2.650 US-Dollar. Die Einstufung „Overweight“ behielten die Analysten bei. Als Grund nannten sie vorübergehende Margenschwäche, bedingt durch den intensiven Wettbewerb in Brasilien.
Wachstum statt Gewinn
Hintergrund ist die Berichtssaison: Ende Februar legte MercadoLibre Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Der Umsatz kletterte um rund 45 Prozent auf 8,8 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.
Der Nettogewinn hingegen sank und verfehlte die Konsensschätzungen. Das Management begründete dies mit einer gezielten Investitionsoffensive: MercadoLibre weitet kostenlosen Versand aus, vergibt mehr Kreditkarten – was höhere Rückstellungen erfordert – und baut das Direktgeschäft mit Endkunden aus. Die EBIT-Marge geriet dadurch im Quartal unter Druck.
Kreditportfolio wächst rasant
Die operativen Kennzahlen zeigen jedoch eine andere Seite: Das Kreditportfolio des Konzerns explodierte im Jahresvergleich um rund 90 Prozent auf 12,5 Milliarden US-Dollar. Erstmals überschritt die Zahl der aktiven Käufer die Marke von 80 Millionen – ein Plus von 16 Millionen binnen eines Jahres.
Auch der Fintech-Arm Mercado Pago lieferte: Das Zahlungsvolumen erreichte 83,7 Milliarden US-Dollar. MercadoLibre setzt darauf, in den noch unterentwickelten E-Commerce- und Digital-Finance-Märkten Lateinamerikas Marktanteile zu gewinnen – auch auf Kosten kurzfristiger Profitabilität.
Parallel zum Insider-Kauf stieg auch institutionelles Interesse: Eagle Capital Management baute im vierten Quartal eine neue Position mit 411.549 Aktien auf. Die Frage bleibt, wie lange Anleger bereit sind, auf die Früchte der Investitionen zu warten.
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