MercadoLibre legte erneut starkes Umsatzwachstum vor, enttäuschte aber beim Ergebnis je Aktie. Anleger sehen nun einen Zielkonflikt: aggressive Expansion versus kurzfristige Profitabilität. Wird sich der hohe Einsatz in Logistik und Marketing in höheren Nettomargen auszahlen?
Warum das Ergebnis hinterherhinkt
Im zuletzt berichteten Quartal stieg der Umsatz auf $7,41 Mrd. und übertraf damit den Konsens von $7,19 Mrd. (+39,5% j/J). Das Ergebnis je Aktie lag jedoch bei nur $8,32 gegenüber erwarteten $9,88. Hauptgründe für den Gewinnrückstand sind:
- Massive Investitionen in das Logistiknetzwerk „Mercado Envios“, die operative Margen belasten.
- Höhere Marketingaufwendungen, um dem zunehmenden Wettbewerb im Fintech- und E‑Commerce-Bereich entgegenzutreten.
- Makroökonomische Schwankungen in wichtigen lateinamerikanischen Märkten, die die Nettomarge auf 7,93% drücken.
Diese Faktoren erklären, warum starkes Top-line‑Wachstum nicht sofort in proportional steigenden Nettogewinnen mündet.
MercadoLibre, Inc. Aktie Chart
Analysten, Bewertung und Technik
Marktbeobachter heben die langfristige Wettbewerbsstärke durch die Integration von Marktplatz und Mercado Pago hervor. Dennoch erwarten Anleger sichtbare Margenverbesserungen, bevor sie deutlich optimistischer werden.
Der Konsens von 25 Analysten rechnet für 2026 mit einem Umsatzwachstum von rund 29%. Mehrere Häuser sehen den Kurs als deutlich unterbewertet: Morgan Stanley nennt $2.950, UBS und Barclays jeweils $2.900; einige Bewertungsmodelle schätzen einen fairen Wert nahe $2.847. Technisch bleibt die Lage allerdings angespannt: die Aktie notiert unter 50‑ und 200‑Tage‑Durchschnitt und liegt rund 20–25% unter ihrem Jahreshoch.
Letzte Bewertung — konkrete Bedingungen
Kurzfristig entscheidet sich die weitere Entwicklung an zwei konkreten Punkten: Erstens müssen die strategischen Investitionen in den nächsten Quartalen zu spürbar höheren Nettomargen führen. Zweitens dürfte eine Rückeroberung der 50‑Tage‑Linie ($2,076.67) das technische Sentiment beruhigen. Bestätigen sich beide Faktoren, würden Analystenziele und das langfristige Momentum wieder realistischer erscheinen; bleiben Margenstagnation und makrobedingte Belastungen, dürfte der Kurs weiter unter Druck bleiben.
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