Medtronic macht ernst mit der Trennung von seiner Diabetes-Sparte. Die MiniMed Group will jetzt an die Börse und peilt dabei eine stolze Bewertung von bis zu 7,86 Milliarden Dollar an. 28 Millionen Aktien sollen zwischen 25 und 28 Dollar das Stück kosten. Damit könnte der Börsengang bis zu 784 Millionen Dollar in die Kassen spülen.
Die Zahlen klingen erst einmal beeindruckend. MiniMed bringt über 40 Jahre Erfahrung in der Insulinpumpen-Herstellung mit und ist kein blutiger Anfänger. Die Sparte verkauft Insulinpumpen, Glukose-Monitoring-Systeme und Sensoren direkt an Endkunden. In den sechs Monaten bis Oktober 2025 erzielte MiniMed einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar.
Doch hier kommt der Haken. Trotz des Umsatzwachstums schreibt MiniMed seit drei Jahren rote Zahlen. Allein in den sechs Monaten bis Oktober belief sich der Nettoverlust auf 21 Millionen Dollar. Die Sparte hatte in den vergangenen Jahren mit Qualitätsproblemen und Cybersicherheitsbedenken bei bestimmten Geräten zu kämpfen. Erst in den letzten Quartalen zeigte sich dank der 780G Insulinpumpe wieder Wachstum.
Die Rechnung ohne den Wirt gemacht
Medtronic hatte MiniMed vor fast 25 Jahren für satte 3,3 Milliarden Dollar gekauft. Jetzt will man die kleinste Sparte nach Umsatz abstoßen, um sich auf margenstärkere Wachstumsmärkte zu konzentrieren. Das klingt nach einer vernünftigen Strategie. Doch Anleger sollten genau hinschauen.
Als eigenständiges Unternehmen verliert MiniMed das finanzielle Sicherheitsnetz von Medtronic. Die Investoren werden einen klaren Weg zur Profitabilität sehen wollen. Und den gibt es bislang nicht wirklich. Goldman Sachs, Bank of America, Citigroup und Morgan Stanley begleiten den Börsengang. Die Aktie soll unter dem Kürzel MMED an der Nasdaq gelistet werden.
Medtronic plant, sechs Monate nach dem IPO eine vollständige Abspaltung durchzuführen. Bis dahin behält der Konzern mindestens 80,1 Prozent der Stimmrechte. Ein Teil der Erlöse soll übrigens dazu verwendet werden, Schulden gegenüber Medtronic zurückzuzahlen. Die Frage bleibt, ob MiniMed als Standalone wirklich durchstarten kann oder ob hier ein Problemkind abgestoßen wird, bevor es richtig teuer wird.
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