Enttäuschende Branchennachrichten aus den USA haben die Medizintechnikbranche am Dienstag ins Wanken gebracht. Auslöser war der Quartalsbericht von Johnson & Johnson: Dessen Medizintechniksparte verfehlte mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden US-Dollar die Markterwartungen von 8,71 Milliarden US-Dollar.
Finanzchef Joe Wolk verwies unter anderem auf Belastungen durch Sparprogramme in Europa, geopolitische Spannungen im Nahen Osten und das anhaltend schwierige Preisumfeld in China. Marktbeobachter warnten umgehend davor, dass insbesondere die staatlich gesteuerte, volumenbasierte Beschaffung in China auch Medtronic belasten könnte.
An der Börse fing sich das Papier jedoch rasch wieder. Im europäischen Handel notiert die Medtronic-Aktie heute bei 83,36 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,4 Prozent entspricht. Mit diesem Niveau behauptet der Wert einen komfortablen Puffer zum langfristigen Trend und liegt 9,6 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 76,06 Euro.
Solide operative Basis und anstehende Ausschüttung
Die Sorgen um Margendruck in Asien treffen bei Medtronic auf ein zuletzt robustes operatives Fundament. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 wies das Unternehmen einen Umsatz von rund 9,8 Milliarden US-Dollar aus, was einem organischen Zuwachs von 13,7 Prozent entsprach. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 1,45 US-Dollar. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern einen Gewinn je Aktie zwischen 5,94 und 6,00 US-Dollar an.
Zudem steht für die Anteilseigner ein fester Mittelzufluss bevor: Am 16. Oktober 2026 zahlt Medtronic die reguläre Quartalsdividende von 0,72 US-Dollar je Aktie aus. Anspruchsberechtigt sind alle Investoren, die zum Stichtag am 25. September im Aktionärsregister eingetragen waren. Auf das Jahr hochgerechnet summiert sich die Ausschüttung damit auf 2,88 US-Dollar je Anteilsschein.
Letzte Schritte bei der MiniMed-Transaktion
Parallel dazu biegt die gesellschaftsrechtliche Neuordnung auf die Zielgerade ein. Beim Tauschangebot für die Aktien der Tochtergesellschaft MiniMed, das am 9. Oktober auslief, verzeichnete das Unternehmen eine deutliche Überzeichnung.
Insgesamt reichten Anteilseigner 298.024.452 Medtronic-Aktien zum Tausch ein. Vorgesehen ist die Annahme von 55.032.401 Titeln im Gegenzug für sämtliche verbleibenden 252.813.348 MiniMed-Papiere, was einem Umtauschverhältnis von 4,5939 MiniMed-Aktien je angenommener Medtronic-Aktie entspricht.
Aus der starken Nachfrage resultierte eine vorläufige Zuteilungsquote von rund 18,3 Prozent. Die Bekanntgabe der endgültigen Quote ist für den heutigen 14. Oktober 2026 vorgesehen. Sobald die Transaktion vollständig abgewickelt ist, wird Medtronic keine Anteile mehr an MiniMed halten. Damit schließt das Management diesen Schritt ab und richtet den Fokus wieder voll auf die Profitabilität des Kerngeschäfts.
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