Medtronic Aktie: CMS-Entscheidung im September erwartet

Medtronic bringt PulseSelect nach Indien und hofft auf erweiterte US-Kostenübernahme für Herzklappen-Eingriffe. Die Aktie bleibt trotzdem schwach.

Auf einen Blick:
  • PulseSelect-System startet in Indien
  • US-Plan für mehr Herzklappen-Eingriffe
  • Zukauf von Scientia Vascular abgeschlossen
  • Aktienkurs trotz Fortschritten im Minus

Medtronic drückt beim operativen Geschäft aufs Tempo. Der Medizintechnik-Konzern bringt sein neues Ablationssystem nach Indien. Parallel dazu könnten in den USA bald mehr Eingriffe an Herzklappen abgerechnet werden. An der Börse verpuffen diese Nachrichten bisher völlig.

Neue Märkte, neue Regeln

Indien bietet enormes Potenzial. Rund sieben Millionen Menschen leiden dort an Vorhofflimmern. Medtronic führt nun sein PulseSelect-System in dem Land ein. Diese Technologie nutzt elektrische Felder statt Hitze oder Kälte. Das schont das Gewebe und macht den Eingriff sicherer.

Auch im Heimatmarkt zeichnet sich ein Vorteil ab. Die US-Gesundheitsbehörde CMS plant neue Regeln für den Transkatheter-Aortenklappenersatz. Künftig soll das staatliche Programm Medicare auch Eingriffe bei symptomfreien Patienten abdecken. Fällt die finale Entscheidung im September positiv aus, rechnen Analysten mit deutlich mehr Eingriffen.

Das Management untermauert diesen Kurs mit Zukäufen. Erst kürzlich kaufte Medtronic den Spezialisten Scientia Vascular. Damit stärkt das Unternehmen sein Angebot für Gefäßerkrankungen im Gehirn. Obendrein beantragte der Konzern in den USA die Zulassung für sein Hugo-Robotersystem in weiteren chirurgischen Bereichen. Diese Offensive folgt auf das stärkste jährliche Umsatzwachstum seit einem Jahrzehnt.

Zukäufe treffen auf Kursschwäche

Die Aktie spiegelt diese Fortschritte kaum wider. Das Papier notiert aktuell bei 67,94 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 17 Prozent auf der Anzeigetafel. Damit bewegt sich der Kurs nah am jüngsten Tief von Anfang Juni.

Technisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs rutschte zuletzt unter die 50-Tage-Linie. Der Abstand zum langfristigen 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 14 Prozent. Die Folge: ein intakter Abwärtstrend.

Die operativen Fortschritte stehen im harten Kontrast zum schwachen Aktienkurs. Ein entscheidender Impuls könnte im Frühherbst folgen. Mitte September fällt die finale CMS-Entscheidung zur Kostenübernahme in den USA. Gibt die Behörde grünes Licht, erhält das Herzklappen-Geschäft einen direkten Wachstumsschub.

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