Der Medizintechnikkonzern Medtronic sieht sich im US-Heimatmarkt mit juristischem Gegenwind konfrontiert. Medienberichten zufolge reichte das Unternehmen Applied Medical Resources am 2. Oktober eine Erwiderung vor Gericht ein. Darin fordert der Konkurrent eine dauerhafte Unterlassungsverfügung gegen Medtronic. Gegenstand der Auseinandersetzung sind Vorwürfe einer Monopolisierung im Bereich moderner bipolarer Energie-Instrumente.
An der Börse reagierten die Anleger verhalten auf die juristischen Streitigkeiten. Die Medtronic-Aktie notiert heute bei 77,82 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,5 Prozent entspricht. Damit wird der Medizintechnikhersteller am Markt mit rund 97,59 Milliarden Euro bewertet.
Juristischer Druck auf medizintechnische Sparte
Die Klage von Applied Medical Resources zielt auf medizintechnische Instrumente ab, die Medtronic in Operationssälen vertreibt. Der Kläger strebt ein dauerhaftes Verbot bestimmter Vertriebspraktiken an und wirft dem Konzern vor, seine Marktstellung missbräuchlich auszubauen. Kartellrechtliche Verfahren dieser Art können strategische Risiken für etablierte Medizintechnikhersteller bergen.
Gleichzeitig arbeitet Medtronic an der operativen Weiterentwicklung seiner Kernbereiche. Für andere Therapiesysteme konnte der Konzern regulatorische Fortschritte erzielen. So gab das Unternehmen am 1. Oktober bekannt, dass die American Medical Association neue CPT-Kategorie-I-Codes genehmigt hat.
Diese Abrechnungscodes betreffen das Altaviva-System zur tibialen Neuromodulation sowie das Symplicity Spyral System zur renalen Denervierung. Neue Vergütungsziffern erleichtern Ärzten in den USA die Abrechnung innovativer Therapieverfahren mit den Kostenträgern.
Portfolio-Umbau und hohe Forschungsausgaben
Neben den juristischen und regulatorischen Schritten setzt Medtronic auf eine Schärfung seines Profils. Der Konzern treibt die geplante Trennung von der Sparte MiniMed voran. Für dieses Umtauschangebot wurde ein Umtauschverhältnis von 4,5939 MiniMed-Aktien für jede angenommene Medtronic-Stammaktie festgelegt, das ein Volumen von bis zu 225.361.295 MiniMed-Aktien umfasst.
Begleitend dazu fließen erhebliche Mittel in die Weiterentwicklung des Konzerns. In seinem Bericht für das Geschäftsjahr 2026 wies Medtronic Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von 2,9 Milliarden $ aus. Das Unternehmen gab darin an, weltweit mehr als 82 Millionen Patienten versorgt zu haben.
Am Markt wird der strategische Kurs des Managements aufmerksam verfolgt. Das Analysehaus Barclays stufte Medtronic mit einer Einstufung als „Equal Weight“ und einem Kursziel von 95 $ ein. Für Anleger bleibt entscheidend, ob Medtronic die rechtlichen Auseinandersetzungen zügig beilegen und die Markteinführung neuer Therapien ungehindert fortführen kann.
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