Medtronic Aktie: 9 Millionen Datensätze von ShinyHunters gestohlen

Medtronic kämpft mit Hackerangriff und schwächerem Herzgeschäft. Analysten senken das Kursziel, während der Aktienkurs sich stabilisiert.

Auf einen Blick:
  • Millionen Patientendaten gestohlen
  • Analysten senken Kursziel für Aktie
  • Herzsegment bereitet operative Sorgen
  • Aktie erholt sich leicht nach Kursrutsch

Medtronic kämpft an zwei Fronten. Während Analysten ihre Erwartungen für das Herzsegment drosseln, arbeitet der Medizintechnik-Riese ein massives Datenleck auf. Die Unsicherheit spiegelt sich im Kurs wider, auch wenn sich das Papier zum Wochenabschluss stabilisierte.

Die Aktie kletterte am Freitag um 1,37 Prozent auf 72,76 Euro. Damit notiert der Titel rund 15 Prozent über seinem Jahrestief von Anfang Juni. Auf Jahressicht bleibt die Performance mit einem Minus von gut elf Prozent jedoch belastet.

Gegenwind im Herzgeschäft

Die Experten von TD Cowen kappten am 10. Juli ihr Kursziel für Medtronic. Statt 119 US-Dollar rufen sie nun 100 US-Dollar auf, halten aber an ihrer Kaufempfehlung fest. Grund für die Skepsis ist das Geschäft mit Aortenklappen-Implantaten. In diesem Kernsegment des Herz-Kreislauf-Portfolios mehren sich die operativen Schwierigkeiten.

Operativ lieferte der Konzern zuletzt solide Zahlen. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,55 US-Dollar leicht über den Schätzungen. Der Quartalsumsatz stieg parallel dazu um knapp zehn Prozent auf 9,81 Milliarden US-Dollar.

Für das Geschäftsjahr 2027 peilt das Management einen Gewinn je Aktie zwischen 5,90 und 6,00 US-Dollar an. Das Unternehmen bleibt mit einer Marktkapitalisierung von rund 92 Milliarden Euro ein Branchenschwergewicht.

Hacker stehlen Millionen Datensätze

Über den fundamentalen Daten schwebt ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall. Die Hackergruppe ShinyHunters entwendete bereits im April über neun Millionen Datensätze. Betroffen sind sensible Informationen wie Sozialversicherungsnummern und Gesundheitsdaten. Rund 3,8 Millionen Personen erhalten derzeit Benachrichtigungen über den Vorfall.

Das Unternehmen bietet den Betroffenen eine zweijährige Identitätsschutz-Vorsorge an. Medizinische Geräte waren nach Firmenangaben nicht direkt betroffen. Inmitten dieser Krise veräußerten zwei hochrangige Manager Aktienpakete. Ein Vorstandsmitglied verkaufte dabei Anteile zu einem Preis von über 80 US-Dollar.

Anleger blicken nun auf die Kosten für die Schadensbegrenzung des Cyberangriffs. Die Fähigkeit des Unternehmens, die Schwäche im Herzsegment auszugleichen, entscheidet über den weiteren Trend. Mit einem Relative-Stärke-Index von 59 zeigt die Aktie kurzfristig eine neutrale bis leicht positive Dynamik.

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