Medartis legt Zahlen vor, die selbst die eigenen Erwartungen übertreffen. Der Schweizer Hersteller von Implantaten für Hand- und Extremitätenchirurgie hebt nach einem starken ersten Halbjahr die Jahresprognose an — die Aktie reagiert mit einem Kursplus.
Der Konzernumsatz kletterte im ersten Halbjahr 2026 auf 160,8 Millionen Franken, ein Plus von 30,7 Prozent. Das organische Wachstum lag bei 17,0 Prozent und damit über den Markterwartungen von 16,3 Prozent.
Die Kern-EBITDA-Marge verbesserte sich auf 18,0 Prozent, der Kern-Nettogewinn drehte von einem kleinen Verlust im Vorjahreszeitraum auf 7 Millionen Franken ins Plus.
USA und Europa treiben das Wachstum
Nordamerika legte organisch um 27,4 Prozent zu und übertraf damit die Konsensschätzung von 16,4 Prozent deutlich. Getragen wird dieser Schub vom Handprothesen-Produkt Keri Touch, das seit dem Marktstart im Januar rasant an Fahrt gewinnt: Das monatliche Fallvolumen in den USA stieg von 20 im Januar auf 150 im Mai. Das Management reagiert darauf mit einer Anhebung des Jahresziels für US-Fälle von 1.200 auf 1.800.
Europa bleibt trotz des US-Hypes ein eigenständiger Wachstumstreiber. Die Region EMEA wuchs organisch um 17,7 Prozent, angeführt von Deutschland, Österreich, Spanien und Großbritannien mit Raten nahe 20 Prozent.
CEO Matthias Schupp betonte, das Wachstum in Europa sei „nicht vorbei“ und Keri Touch längst nicht nur ein US-Thema. Lateinamerika und Asien-Pazifik wuchsen mit 9,7 beziehungsweise 5,5 Prozent moderater, wobei Brasilien mit 16 Prozent auch hier den Ton angab.
Freier Cashflow bleibt Baustelle
Der freie Cashflow rutschte im ersten Halbjahr wegen außerordentlicher Investitionen von 18 Millionen Franken ins Minus von 10 Millionen Franken. Ohne die Sonderinvestitionen in neue Produktionsstätten in Curitiba, Archamps und Besançon läge der Wert nahe der Nulllinie. Die Kassenposition betrug zum Halbjahresende 26 Millionen Franken, gestützt durch eine Erhöhung der Bankkredite.
Als Reaktion auf die starke operative Entwicklung hebt Medartis die Jahresprognose für das organische Umsatzwachstum auf eine Spanne von 17 bis 19 Prozent an, nach zuvor 16 bis 18 Prozent.
Die Kern-EBITDA-Marge soll im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Bereich der „high teens“ bleiben. Für 2027 und 2028 stellt das Management eine spürbare Verbesserung des freien Cashflows in Aussicht, sobald die Investitionsphase in den Produktionsausbau abklingt.
Medartis-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Medartis-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:
Die neusten Medartis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Medartis-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
