McKesson: Defensive Qualität mit Abschlag – eine interessante Gelegenheit

McKesson überzeugt mit starken Gewinnen, hohen Cashflows und milliardenschweren Rückkäufen. Die jüngste Schwäche könnte eine Chance sein.

Auf einen Blick:
  • Umsatz und Gewinne steigen
  • Milliarden fließen an Aktionäre
  • Oligopol sichert Marktstellung
  • Kursschwäche branchenseitig bedingt
  • Defensive Qualität günstig bewertet

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Aktien, die für Schlagzeilen sorgen, und es gibt Aktien, die ruhig und ohne großes Aufsehen auskommen. McKesson gehört für deutsche Anleger eindeutig zur zweiten Kategorie – obwohl der Konzern der größte Pharmagroßhändler der USA ist. Dass McKesson für viele Privatanleger unter dem Radar fliegt, bedeutet jedoch nicht, dass eine Investition uninteressant ist. Im Gegenteil: Am vergangenen Donnerstag hat McKesson bei Zahlenvorlage vorgemacht, warum der Titel seit Jahren zu den verlässlichsten Renditebringern im defensiven Segment zählt.

Starke Zahlen – das Geschäftsjahr 2026 im Überblick

Für das Geschäftsjahr 2026 (bis Ende März) meldet McKesson einen Konzernumsatz von 403 Mrd. US-Dollar – ein Plus von 12% gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte operative Gewinn legte überproportional um 15% auf 6,5 Mrd. Dollar zu, das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte sogar um 18% auf 39,11 Dollar. Das ist eine Konstellation, die Qualitätsinvestoren schätzen: Umsatz wächst, operative Marge wächst stärker, Gewinn je Aktie wächst dank Rückkäufen nochmal stärker.

Im Schlussquartal blieb McKesson mit 96,3 Mrd. Dollar Umsatz – ein Plus von 6% – zwar etwas hinter den Erwartungen zurück. Das ist jedoch vielleicht das Einzige, was den Markt enttäuscht hat. Der bereinigte Gewinn je Aktie sprang um 16% auf 11,69 Dollar und übertraf damit klar die Analystenschätzungen. Der Markt schaut derzeit genauer auf die Margen als sonst, nachdem hohe KI-Investitionen im Technologiebereich zuletzt spürbar auf die Gewinnspannen gedrückt haben. Bei McKesson stimmt beides.

Milliarden für die Aktionäre

Auch beim Cashflow überzeugt McKesson: 6,2 Mrd. Dollar operativer Cashflow wurden im Geschäftsjahr 2026 erwirtschaftet, deutlich über dem Unternehmensplan. Davon sind 5,1 Mrd. Dollar direkt an die Aktionäre zurückgeflossen – über Dividenden und vor allem über Aktienrückkäufe. Im Zuge der Zahlenvorlage beschloss der Vorstand ein beschleunigtes Rückkaufprogramm über 2,25 Mrd. Dollar sowie eine Aufstockung der Rückkaufautorisierung um weitere 5 Mrd. Dollar – insgesamt stehen damit 7,7 Mrd. Dollar zur Verfügung. McKesson ist damit in den nächsten Quartalen ein verlässlicher Käufer der eigenen Aktie, was den Kurs strukturell stützt.

Für das laufende Geschäftsjahr stellt die Führungsspitze einen bereinigten Gewinn je Aktie von 43,80 bis 44,60 Dollar in Aussicht. Auf den ersten Blick wirkt das moderat, ist aber durch zwei Sondereffekte gedrückt: den Verkauf des norwegischen Geschäfts und den Verkauf eines Equity-Investments. Bereinigt erwartet das Management 14 bis 16% EPS-Wachstum – am oberen Ende des langfristigen Zielkorridors. Bei einem KGV von rund 17 liegt die Bewertung unter dem 5-Jahresschnitt und auch deutlich unter dem Forward-KGV des S&P 500 von knapp 21.

Ein faktisches Oligopol mit Wachstumstreibern

Der US-Pharmagroßhandel ist ein faktisches Oligopol: Drei Anbieter – McKesson, Cencora und Cardinal Health – teilen sich rund 90% des Marktes. McKesson ist mit Abstand der Größte und hat zuletzt weitere Marktanteile gewonnen, vor allem im Geschäft mit Onkologie-Praxen sowie in der Spezialpharma-Logistik. Beide Bereiche wachsen schneller als der Gesamtmarkt und tragen überproportional zur Margenausweitung bei. Die natürliche Wachstumsstory – Alterung der Gesellschaft, verstärkter Onkologie-Trend in der ambulanten Versorgung und KI-Einsatz in der Medizin – spielt McKesson direkt in die Hände.

Warum die Aktie zuletzt unter Druck geriet

Der scharfe Kursrücksetzer der vergangenen Woche hatte wenig mit McKesson selbst zu tun. Der gesamte Pharmagroßhandels-Sektor wurde breit verkauft: Branchengröße Cencora brach um mehr als 17% ein, Walgreens verlor knapp 9%. Zwei Sorgen treiben die Investoren um: Erstens die Preisdynamik bei umsatzstarken Spezialpräparaten wie den viel diskutierten Abnehmmedikamenten, welche die Margen von Pharmadistributoren belasten könnten. Zweitens mögliche Medicaid-Kürzungen im Rahmen von Trumps Haushaltsplänen über die nächste Dekade. Beides sind reale Risiken, die nicht kleingeredet werden sollten.

Risiken eingepreist – Qualität bleibt

Gemessen an McKessons Marktstellung, Cashflow-Generierung und Diversifizierung über Onkologie und Spezialpharma erscheinen die Risiken jedoch gut beherrschbar. Zur Einordnung: McKesson hat in der Vergangenheit unter weit direkterem regulatorischem Druck operiert und Gewinne gesteigert – als das Unternehmen mitten in der Opioid-Krise steckte und Milliarden an Vergleichszahlungen leistete, lief das operative Geschäft weiter. Wer also auf ein dauerhaft beschädigtes Geschäftsmodell wettet, unterschätzt die strukturelle Stärke dieses Unternehmens.

Die aktuelle Kursschwäche erscheint vor diesem Hintergrund eher als sektorgetriebene Übertreibung denn als fundamentale Neubewertung. Wer auf der Suche nach defensiver Qualität mit attraktiver Bewertung ist, findet in McKesson einen der wenigen Titel, bei denen Sicherheit und Gewinnwachstum kein Widerspruch sind.

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