Die weltweit führende Schnellrestaurantkette sieht sich im zweiten Quartal 2026 mit einer spürbaren Wachstumsverlangsamung in ihrem wichtigsten Markt konfrontiert. Während die globale Konkurrenz teils deutlich zulegte, stiegen die vergleichbaren Erlöse in den USA lediglich um 0,8 Prozent. Die Anleger reagierten am gestrigen Donnerstag verhalten optimistisch auf die Vorlage der detaillierten Quartalsergebnisse: Das Papier ging mit einem Plus von 1,22 Prozent bei 239,80 Euro aus dem Handel. Trotz dieser kurzfristigen Erholung bleibt die Performance im laufenden Jahr unter Druck, was sich in einem Minus von 8,53 Prozent seit Jahresbeginn widerspiegelt.
US-Geschäft verliert im Vergleich an Boden
Der Blick auf die nackten Zahlen des zweiten Quartals offenbart eine gemischte Bilanz. Der Gesamtumsatz stieg zwar um 3,7 Prozent auf 7,1 Milliarden US-Dollar, verfehlte damit jedoch knapp die Erwartungen des Marktes von 7,14 Milliarden US-Dollar. Beim Gewinn lieferte der Konzern hingegen eine positive Überraschung: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 3,38 US-Dollar über dem Konsens von 3,34 US-Dollar. Dennoch bereitet die operative Entwicklung in den USA Sorgen. Mit einem flächenbereinigten Plus von 0,8 Prozent blieb McDonald’s weit hinter dem Vorjahreswert von 2,5 Prozent zurück.
Besonders deutlich wird die Schwäche im direkten Vergleich mit dem Rivalen Burger King. Die Marke der Muttergesellschaft Restaurant Brands International meldete für denselben Zeitraum einen Anstieg der US-Vergleichsumsätze um 8,5 Prozent. CEO Kempczinski betonte, dass es sich bei der aktuellen Entwicklung nicht um ein strategisches Defizit, sondern um ein Problem der operativen Ausführung handele. Um hier gegenzusteuern, setzt der Konzern verstärkt auf seine Value-Menüs. Derzeit nutzen rund 65 Prozent der US-Standorte die neue Preisarchitektur, um preisbewusste Kunden zurückzugewinnen, da Umfragen zufolge mehr als die Hälfte der US-Bürger derzeit ihre Ausgaben für außerhäusiges Essen reduziert.
Strategische Neuausrichtung und Managementwechsel
Als Reaktion auf die stagnierenden Zahlen leitet McDonald’s einen Führungswechsel im Heimatmarkt ein. Skye Anderson wurde zur neuen Präsidentin für das US-Geschäft ernannt. Sie soll die operative Exzellenz wiederherstellen und die Umsetzung der Markenstrategie vorantreiben. Zugleich passt das Unternehmen seine langfristigen Wachstumspläne an die neue Realität an. Das ambitionierte Ziel, weltweit insgesamt 50.000 Restaurants zu betreiben, wurde offiziell um ein Jahr verschoben und soll nun erst 2028 erreicht werden. Für das laufende Jahr plant der Konzern weiterhin rund 2.100 Netto-Neueröffnungen bei Investitionsausgaben zwischen 3,7 und 3,9 Milliarden US-Dollar.
Die Analysten reagierten prompt auf die gedämpften Aussichten. Die Experten von Freedom Broker senkten ihr Kursziel für die Aktie auf 305 US-Dollar, sehen damit aber auf Dollar-Basis immer noch ein Aufwärtspotenzial von knapp elf Prozent. Technisch kämpft der Wert derzeit um eine Stabilisierung: Mit dem gestrigen Schlusskurs notiert das Papier nur knapp 0,38 Prozent über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 238,89 Euro.
Fokus auf operative Verbesserungen im Herbst
Für den weiteren Jahresverlauf setzt die Konzernführung auf eine großangelegte Schulungsoffensive. Unter dem Namen „NEXT“ sollen ab dem 5. Oktober mehr als zwei Millionen Mitarbeiter weltweit gezielt trainiert werden, um den Service und die operative Abwicklung in den Filialen zu optimieren. CFO Borden kündigte zudem für die kommende Woche neue Werbeaktionen innerhalb der unternehmenseigenen App an, um die Kundenfrequenz kurzfristig zu steigern.
Investoren richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den 23. September. An diesem Tag lädt McDonald’s zu einem Investor Day nach Chicago ein. Dort wird erwartet, dass das Management detaillierte Einblicke in die überarbeitete Preisstrategie und die Maßnahmen zur Beschleunigung des US-Wachstums gibt. Bis dahin dürften vor allem die monatlichen Umsatztrends im Fokus stehen, nachdem die Erlöse im Juli bereits erste Anzeichen einer leichten Abschwächung zeigten.
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