McDonald’s-Aktie: Der Turnaround ist also real!

McDonald's übertrifft Erwartungen mit Gewinn und Umsatz. Das Treueprogramm erweist sich als bedeutender Umsatztreiber, während Währungseffekte belasten.

Auf einen Blick:
  • Non-GAAP EPS von 2,83 Dollar übertrifft Erwartungen um 0,09 Dollar
  • Umsatz von 6,52 Milliarden Dollar, plus 9,4 Prozent gegenüber Vorjahr
  • Globale vergleichbare Verkäufe stiegen um 3,8 Prozent in allen Segmenten
  • Aktie legte nachbörslich rund 2,5 Prozent zu

Man muss Chris Kempczinski lassen, dass er einen guten Satz formulieren kann. „McDonald’s hat dieses Quartal geliefert“, sagte der CEO am Mittwochmorgen. Und ja, das stimmt sogar. Nur klingt „geliefert“ bei einem Unternehmen dieser Größe halt weniger nach Triumph als nach Pflichterfüllung.

Die Zahlen, die zählen

Non-GAAP-Ergebnis je Aktie: 2,83 Dollar, neun Cent über den Erwartungen. Umsatz: 6,52 Milliarden Dollar, rund 50 Millionen Dollar über der Schätzung, ein Plus von gut 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die globalen vergleichbaren Verkäufe legten um 3,8 Prozent zu, und zwar gleichmäßig über alle Segmente hinweg. USA plus 3,9 Prozent, International Operated Markets ebenfalls plus 3,9 Prozent, International Developmental Licensed Markets plus 3,4 Prozent. Das ist keine Ausreißer-Story, das ist breite Stärke.

Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2025 lagen die globalen vergleichbaren Verkäufe noch bei minus 1,0 Prozent. Der Turnaround ist also real.

Loyalität zahlt sich aus

Bemerkenswert ist, was McDonald’s mit seinem Treueprogramm aufgebaut hat. Über 70 Märkte mit Loyalty-Programm, und die Systemwide Sales an Loyalty-Mitglieder lagen im rollierenden Zwölfmonatszeitraum bei über 38 Milliarden Dollar. Allein im ersten Quartal waren es mehr als 9 Milliarden Dollar. Das ist kein Marketinganhängsel mehr, das ist ein ernstzunehmender Umsatztreiber.

McDonald's Corporation Aktie Chart

Wechselkurse als stiller Spielverderber

Wer genauer hinschaut, sieht allerdings, dass der starke Dollar kräftig an den Zahlen nagt. Das Umsatzwachstum von 9 Prozent schmilzt in konstanten Währungen auf 4 Prozent zusammen. Das operative Ergebnis wuchs um 12 Prozent, bereinigt um Währungseffekte und Restrukturierungskosten nur um 5 Prozent. Kempczinski spricht von einem „schwierigen Umfeld“, und das meint er wohl nicht nur mit Blick auf den Konsumenten.

Die Restrukturierungskosten im Rahmen des Programms „Accelerating the Organization“ belasteten das Quartal mit 47 Millionen Dollar vor Steuern. Im Vorjahresquartal waren es noch 66 Millionen. Die Kosten sinken also, aber sie sind noch nicht weg.

Vorbörslich ein Lächeln

Die Aktie legte nach Veröffentlichung der Zahlen rund 2,5 Prozent zu. Das ist die angemessene Reaktion auf ein Quartal, das liefert, ohne zu überraschen. McDonald’s ist halt kein Wachstumswert, der mit 30 Prozent Kurssprüngen für Schlagzeilen sorgt. Es ist ein Franchise-Imperium mit über 45.000 Standorten in mehr als 100 Ländern, das Quartal für Quartal seine Maschine am Laufen hält. Manchmal ist das genug.

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