Während Analysten vor einer deutlichen Wachstumsbremse warnen, greifen große Vermögensverwalter bei McDonald’s zu. Diese Diskrepanz zwischen institutionellem Kaufverhalten und analytischer Skepsis prägt gerade das Bild vor den Quartalszahlen im August.
Institutionelle Käufer gegen skeptische Analysten
Am Montag, den 27. Juli 2026, wurde bekannt: Lazard Asset Management hat seine McDonald’s-Position ausgebaut. Das Unternehmen reiht sich damit in eine Gruppe von Investoren ein, die zuletzt zugekauft haben. Erst wenige Tage zuvor hatte Sei Investments seinen Bestand um 20 Prozent aufgestockt, auf nun über 222.000 Aktien.
Die Analystenseite zeichnet ein anderes Bild. BTIG Research senkte sein Kursziel von 370 auf 350 US-Dollar, hält aber an der Kaufempfehlung fest. KeyBanc Capital Markets warnt vor einer „deutlichen Verlangsamung“ bei den Vergleichsumsätzen im zweiten Quartal. Die Bank rechnet in den USA nur noch mit einem Umsatzwachstum von 0,5 Prozent bei bestehenden Filialen — deutlich unter dem Marktkonsens von 1,1 Prozent.
Kurs nahe Jahrestief, Dividende als Anker
Die Aktie notiert aktuell bei 232,70 Euro und liegt damit nur noch 1,4 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von Ende Juli. Seit Jahresbeginn hat das Papier über 11 Prozent verloren. Trotzdem hält der Vorstand an seiner Dividendenpolitik fest: Für September ist eine Quartalsdividende von 1,86 US-Dollar je Aktie an die Aktionäre angekündigt.
Diese Ausschüttung bleibt für wertorientierte institutionelle Anleger ein zentrales Argument. Das gilt selbst dann, wenn steigende Kosten weltweit auf die Margen drücken.
Der Blick richtet sich auf die August-Zahlen
Anfang August legt McDonald’s seine Quartalszahlen vor. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie zwischen 3,33 und 3,34 US-Dollar, bei einem Umsatz von rund 7,13 bis 7,2 Milliarden US-Dollar.
Im Fokus steht dabei die „McValue“-Plattform. Das Management muss zeigen, ob die Rabattinitiative und internationale Marketingpartnerschaften den Rückzug preisbewusster Kunden aus der Systemgastronomie auffangen können. Auch das internationale Geschäft gerät unter Beobachtung: Analysten befürchten, dass die Vergleichsumsätze außerhalb der USA unter der bisherigen Konsensmarke von 1,5 Prozent bleiben könnten.
Die Zahlen Anfang August werden zeigen, wessen Einschätzung näher an der Realität liegt — die der zukaufenden Fondsmanager oder die der vorsichtigen Analystenhäuser.
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