McDonald’s will sein Angebot an Geflügelgerichten weiterentwickeln und bereitet dafür einen vergrößerten Testlauf vor. Wie Bloomberg am Donnerstag berichtete, plant die Fast-Food-Kette, ihren Pilotversuch mit handpaniertem Hähnchenfleisch im Jahr 2027 auf rund 200 Filialen in den USA und Irland auszudehnen. Ob es danach zu einer weitergehenden Einführung kommt, knüpft der Konzern an den operativen Erfolg des Versuchs.
Das Hähnchensegment gilt in der Systemgastronomie als margenstarkes Wachstumsfeld, in dem Wettbewerber zunehmend Marktanteile beanspruchen. Mit der Ausweitung auf zwei ausgewählte Kernmärkte sammelt das Unternehmen Daten über die operative Umsetzbarkeit in den Restaurantküchen, bevor über ein globales Ausrollen entschieden wird. Vorbörslich notiert das Papier bei 207,90 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Verlust von 21 Prozent.
Personalwechsel und technologische Weichenstellungen
Parallel zur Menüerprobung ordnet McDonald’s UK & Ireland Führungspositionen neu. Danielle Harris übernahm dort am Donnerstag die Funktion des Chief People Officer. James Thorne wechselt im Gegenzug in eine übergeordnete globale Personalrolle innerhalb des Konzerns.
Für Diskussionen im Netzwerk der Lizenznehmer sorgte zudem der Einsatz neuer IT-Systeme. Laut Reuters nutzt eine vom Konzern eingesetzte Preissoftware Algorithmen des maschinellen Lernens, um Verkaufsdaten zu analysieren und standortspezifische Preisanpassungen für Restaurants vorzuschlagen.
McDonald’s betonte daraufhin am Donnerstag, dass dieses Tool lediglich Empfehlungen erstelle und keine Menüpreise eigenständig setze oder ändere. Die Entscheidungsgewalt über die verlangten Preise verbleibe weiterhin vollständig bei den selbstständigen Betreibern.
Rechtliche Klärung im Franchise-Netzwerk
Die Autonomie und das Verhältnis zu den Restaurantbetreibern bleiben für den Konzern ein sensibler Faktor. Am 21. September erzielte das Unternehmen eine teilweise Entlastung vor Gericht: Ein Bundesrichter wies im Rechtsstreit Manning gegen McDonald’s den Großteil der Vorwürfe von 48 schwarzen Franchisenehmern ab. Die Klagen von 16 Beteiligten wegen mutmaßlichen Vertragsbruchs ließ das Gericht jedoch für das weitere Verfahren zu.
Bereits vor über einem Monat hatte McDonald’s eine umfassende Unterstützungsoffensive angekündigt. Diese sieht Hilfen von rund 8,5 Milliarden Dollar für Franchisenehmer bis zum Jahr 2036 vor, darunter rund 5 Milliarden Dollar bis 2030 für Mietentlastungen und Kapitalunterstützung.
Die aktuellen Produkt- und Personalinitiativen fügen sich in diese Bemühungen ein, den Restaurantbetrieb effizienter aufzustellen und Belastungen für die Betreiber abzufedern.
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